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07.05.2020 Thobias Quaß

Nintendo: Hammerzahlen – aber vorsichtiger Ausblick

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Nintendo

Nintendo hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 2019/2020 weitaus mehr Switch-Konsolen verkauft als erwartet. Ursprünglich ging Big N von 18 Millionen verkauften Geräten aus, diese Zahl wurde im Januar auf 19,5 Millionen korrigiert. Im Geschäftsbericht stehen nun 21 Millionen verkaufte Spielekonsolen (24 Prozent mehr als im Vorjahr). Davon profitieren auch andere wichtige Bereiche.

Nintendo hat im abgelaufenen Geschäftsjahr 1,3 Billionen Yen (11,39 Milliarden Euro) Umsatz gemacht (neun Prozent mehr als im Vorjahr). Grund dafür war der Hype um die Nintendo Switch und die neuen Spiele von Pokémon (17 Millionen verkaufte Spiele) und Animal Crossing (14 Millionen verkaufte Spiele).

Um die beiden (aber auch andere) Games online spielen zu können, müssen die Spieler ein Abo abschließen (20 Euro pro Jahr). In der Coronakrise entschieden sich dazu mehr Menschen: Der Online-Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahr um satte 71,8 Prozent auf 204,1 Milliarden Yen (1,78 Milliarden Euro). Auch im bisher vernachlässigten Mobile-Gaming-Segment konnte Nintendo durch Animal Crossing ordentlich zulegen. 

Die Downloadzahlen für die Smartphone-Variante Animal Crossing Pocket Camp verachtfachte sich von 528.000 im Februar auf 4,5 Millionen im März. Im selben Zeitraum verdoppelte sich hier der Umsatz auf 183,8 Millionen Yen (1,6 Millionen Euro). Insgesamt wuchs der Mobile-Umsatz im Fiskaljahr 2019/2020 um 11,5 Prozent auf 51,2 Milliarden Yen (445,8 Millionen Euro).

Am Ende stehen 352,3 Milliarden Yen (3,07 Milliarden Euro) operativer Gewinn in der Bilanz (41 Prozent mehr als im Vorjahr). Anleger freuen sich über eine Dividende von 1.090 Yen (9,49 Euro) pro Aktie für das abgeschlossene Jahr.

Nintendo Geschäftsbericht 2020

Ausblick Geschäftsjahr 2021

Der Konzern erwartet die Auswirkungen der Ende März eingetretenen Lieferprobleme bei der Nintendo Switch im zweiten Quartal. Deswegen rechnen die Japaner im Fiskaljahr 2020/2021 mit 1,2 Billionen Yen (10,45 Milliarden Euro) Umsatz. Der Gewinn soll 300 Milliarden Yen (2,6 Milliarden Euro) betragen. Das sind 8,3 beziehungsweise 14,9 Prozent weniger als im abgelaufenen Jahr. 

Nintendo Geschäftsbericht 2020

Trotz der guten Aussichten ist der Ausblick konservativ, dabei sehen die Zahlen fantastisch aus. Insgesamt hat Nintendo bislang knapp 56 Millionen Nintendo-Switch-Konsolen und über 380 Millionen Switch-Spiele in drei Jahren verkauft. Im laufenden vierten Jahr will Nintendo weitere 22 Millionen Geräte absetzen. Außerdem hat wegen der globalen Quarantäne das wichtige Digitalgeschäft angezogen. Die Weichen für gute Zahlen im Geschäftsjahr 2020/2021 sind also gestellt. Investierte Anleger lassen die Gewinne laufen.

Nintendo (WKN: 905551)