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03.08.2020 Emil Jusifov

Facebook: Werbeboykott vor dem Aus

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Facebook

Der Social-Media-Riese Facebook sieht sich aktuell einem massiven Werbeboykott ausgesetzt. Der Vorwurf: Facebook unternehme zu wenig gegen Hass und Hetze auf seinen Plattformen. Mittlerweile haben sich dem Werbeboykott über 250 Unternehmen angeschlossen. Doch nun scheint die Front gegen Facebook zu bröckeln.

Wie das Nachrichtenportal Spiegel Online berichtet, wollen mehrere am Werbeboykott beteiligte Firmen, unter anderem Beiersdorf und Puma, auf den Plattformen von Facebook wieder werben.

Der Boykott habe "zu einem direkten Austausch und positiven Gesprächen mit Facebook geführt", sagt ein Puma-Sprecher. Deswegen werde man ab 1. August erneut Werbung schalten.

Auch Beiersdorf teilte mit, die Werbung auf Facebook und Instagram "schrittweise wieder aufnehmen" zu wollen. Facebook habe "einen Plan vorgelegt, der auf unsere Bedenken eingeht und die Fortschritte des Unternehmens bei der Bereitstellung sicherer Onlineplattformen für Nutzer und Werbetreibende wie Beiersdorf stärkt".

Laut Spiegel Online denken nun auch VW, Adidas, Bayer, Siemens und eine Reihe kleinerer Unternehmen über ein Ende des Boykotts nach.

Facebook (WKN: A1JWVX)

DER AKTIONÄR geht davon aus, dass schon sehr bald weitere am Boykott beteiligte Firmen aus Mangel an Alternativen zu Facebook zurückkehren werden. Zumal Mark Zuckerberg im Rahmen des Quartalsberichts nochmal verdeutlichte, dass Facebooks Erlöse nur zu einem geringen Ausmaß vom Boykott der großen Werbetreibenden abhängten. Facebook bleibt ein Basisinvestment.

Hinweis auf mögliche Interessenkonflikte:

Der Vorstandsvorsitzende und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Facebook.

Der Autor Emil Jusifov hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die durch die Publikation etwaig resultierende Kursentwicklung profitieren: Facebook.

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Facebook ist in die Kritik geraten. Bots, Trolle und Fake News sind Synonyme für die Pro­bleme des Konzerns. Spätestens seit Brexit und Trump sehen Nutzer die Reichweite und die Algorithmen mit Argwohn. Einer von Ihnen: Roger McNamee. Einst stolz darauf, zu den ersten Facebook-Investoren zu gehören, ist der Kapitalgeber und Tech-Experte nun zum scharfen Kritiker geworden. In seinem Buch rechnet er mit Mark Zuckerberg und Sheryl Sandberg ab. Ihre Reaktion auf den Missbrauch des sozialen Netzwerks ist seiner Ansicht nach völlig unzureichend und geht am Kern des Problems vorbei: der Bedrohung unserer demokratischen Grundordnung. „Die Facebook-Gefahr“ ist ein nicht zu überhörender Weckruf – für das Silicon Valley, für die Politik, für uns alle.

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