Tesla und SpaceX legen binnen 24 Stunden Quartalszahlen vor: SpaceX am Dienstag nach US-Börsenschluss, Tesla am Mittwoch. Bei beiden Musk-Werten zählt diesmal nicht das Wachstum, sondern der Gewinn – und über allem schwebt die Frage, ob aus zwei Konzernen bald einer wird.
Tesla- und SpaceX-Zahlen: Was erwartet die Wall Street?
Bei Tesla liegt ein Teil der Antwort schon auf dem Tisch. Der Konzern hat im dritten Quartal 486.532 Autos ausgeliefert, gut fünf Prozent mehr als von Analysten erwartet. Der Konsens rechnet trotzdem nur mit 43 Cent Gewinn je Aktie nach 50 Cent im Vorjahresquartal, bei 27,79 Milliarden Dollar Umsatz. Mehr Autos, weniger Gewinn: Entscheidend ist, was pro Fahrzeug hängen bleibt. Im Vorquartal lag die operative Marge bei mageren 1,4 Prozent.
SpaceX soll dagegen einen Sprung machen. Der Bloomberg-Konsens sieht 12,89 Milliarden Dollar Umsatz, rund 65 Prozent mehr als die 7,81 Milliarden aus dem Vorquartal, und erstmals seit dem Börsengang im Juni einen Gewinn. Den größten Teil soll die KI-Sparte beisteuern, die SpaceX mit der Übernahme von xAI im Februar ins Haus geholt hat.
Der Preis dafür: SpaceX hat im zweiten Quartal 18,4 Milliarden Dollar investiert – mehr als das Doppelte des Umsatzes. Tesla verliert Erlöse aus CO2-Gutschriften, die fast vollständig im Gewinn ankommen. Für beide Aktien dürfte deshalb weniger die Quartalszahl entscheiden als das, was Musk zu Robotaxi, Optimus und Rechenzentren sagt. Hinzu kommt die Fusionsfantasie: Barclays hält eine Ankündigung vor Teslas Hauptversammlung für möglich, die spätestens am 6. Dezember stattfinden muss. Bestätigt ist davon nichts.
Die Tesla-Aktie schloss am Freitag bei 354,72 Dollar, 1,46 Prozent unter der 50-Tage-Linie bei 359,98 Dollar und 8,46 Prozent unter der 200-Tage-Linie bei 387,52 Dollar, die zugleich als Widerstand dient. Der Aufwärtstrend seit dem Julitief ist gebrochen, nächste große Unterstützung ist das 52-Wochen-Tief bei 297,38 Dollar.
Die SpaceX-Aktie schloss bei 146,03 Dollar, 1,62 Prozent unter der 50-Tage-Linie bei 148,43 Dollar. Den Deckel bildet die Zone um 170 Dollar, an der sie zweimal abprallte – der Kurs liegt 14,1 Prozent darunter. Halt gibt der Ausgabepreis von 135 Dollar. Fällt diese Marke, trübt sich das Chartbild ein.
Bei Tesla muss die Zahl zeigen, ob aus mehr ausgelieferten Autos wieder mehr Gewinn wird – entscheidend ist die Marge. SpaceX steht vor dem Gegenteil: Der Umsatzsprung ist erwartet, die Frage ist, ob er die Milliarden-Investitionen in KI und Starship rechtfertigt. Am Ende dürfte für beide Aktien mehr zählen, was Musk über die Zukunft sagt, als was in der Bilanz steht.
Beide Aktien aus dem Musk-Universum sind laufende Empfehlungen des AKTIONÄRS.
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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: SpaceX, Tesla.
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