Die Amazon-Aktie verliert am Donnerstag rund zwei Prozent. Was nach einer Kleinigkeit aussieht, könnte sich jedoch langfristig zu einem heftigen Sturm zusammenbrauen. Grund: Am Horizont ziehen dunkle Wolken auf, denn kein Geringerer als Master-Disruptor und Tesla-Chef Elon Musk überlegt öffentlich einen Angriff auf das E-Commerce-Imperium von Jeff Bezos.
„Vielleicht sollten wir einen Konkurrenten zu Amazon starten“, schrieb Musk auf X. Der Beitrag bezog sich auf einen Nutzer, der berichtet hatte, dass Amazon Grok-Bots beim Bestellen blockiere. Ideenreich wie der Tesla-Chef ist, reagierte der Auslobung eines eigenen Wettbewerbers. Für Musk kein ungewöhnlicher Schritt, schließlich hat der US-Unternehmer mit seinem Autobauer Tesla schon den Autosektor und mit SpaceX die Rauffahrt disruptiert. Das Musk eines Tages auch in die E-Commerce-Branche einsteigt, scheint daher keineswegs undenkbar.
Maybe we should start a competitor to Amazon 🤔
— Elon Musk (@elonmusk) October 15, 2026
Darum könnte Musk in den Onlinehandel einsteigen
Zudem würde ein eigenes E-Commerce-Unternehmen für Musk durchaus Sinn ergeben. Grund: Immer mehr Nutzer setzen KI-Agenten ein, um Aufgaben im Internet zu automatisieren. Dazu gehört auch das Bestellen von Produkten oder die Abwicklung von Retouren. Wenn Plattformen solche Zugriffe einschränken, kann das die Einsatzmöglichkeiten der KI-Systeme begrenzen. Im direkten Wettbewerb mit Alphabet (Gemini) und OpenAi (ChatGPT) könnte Musks KI-Assistent Grok der inzwischen zu SpaceX gehört dadurch an Attraktivität verlieren. Umgekehrt könnte ein eigener E-Commerce-Konzern mit KI-Assistenten-Bestellfunktion Vorteile gegenüber der Konkurrenz bieten.
Dass Elon Musk in den E-Commerce expandiert, ist durchaus denkbar. Vorerst ist sein Post jedoch wohl nur als Seitenhieb gegen Amazon zu verstehen. Einen handfesten Vorstoß, der belegt, dass Musk tatsächlich an einem Online-Marktplatz arbeitet, gibt es aktuell nicht. DER AKTIONÄR rät bei Tesla und SpaceX weiter zum Kauf.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Tesla, SpaceX.
SpaceX-Aktien befinden sich in einem Real-Depot des AKTIONÄR.
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