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Microsoft‑Aktie: 23.000 Chips ohne Strom – jetzt Rückzug in Essex

Microsoft‑Aktie: 23.000 Chips ohne Strom – jetzt Rückzug in Essex
Foto: NurPhoto/Ying Tang/picture alliance/dpa
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Ingo Nix Heute, 09:10 ‧ Ingo Nix
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Microsoft hat sich als Ankermieter aus dem geplanten Rechenzentrum von Nscale in Loughton, Essex, zurückgezogen, berichtet der Telegraph. Dort sollten rund 23.000 Nvidia-Chips für den Konzern laufen. Microsoft schweigt, der Grund liegt offenbar im Stromnetz. Die Netzbetreiber rechnen für den Standort nordöstlich von London erst in den 2030er-Jahren mit einem Anschluss. Für einen Konzern, der Rechenleistung heute braucht, ist das zu spät. Loughton galt als Aushängeschild der 30 Milliarden Dollar, die Microsoft von 2025 bis 2028 in Großbritannien investieren will.

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Ein Abschied von Nscale ist das nicht. Microsoft ist einer der beiden größten Kunden des Briten, mit Verträgen über bis zu 43,8 Milliarden Dollar bis 2033. Wie viel davon auf Loughton entfiel, zeigt der Börsenprospekt nicht; andere Verträge sind laut Nscale nicht betroffen. Der Konzern holt sich Rechenleistung dort, wo Strom fließt – Nscale baut für Microsoft bereits in Texas, Portugal und Norwegen. Die Lehre reicht über Essex hinaus: Der Engpass im KI-Geschäft heißt nicht mehr Chips, sondern Strom. Für Microsoft ist das ärgerlich, aber verkraftbar. Der Umsatz der vergangenen zwölf Monate liegt bei 331,84 Milliarden Dollar, ein Plus von 17,8 Prozent. Härter trifft es die Lieferanten der Rechenleistung. Nscale hängt mit rund 85 Prozent seines Auftragsbuchs an Microsoft und Anthropic und steht vor dem Börsengang, der Konkurrent CoreWeave verlor in der vergangenen Woche rund ein Viertel an Wert. Aber: Jeder Standort, der später ans Netz geht, fehlt der Cloud-Sparte Azure erst einmal. Wie knapp die Kapazität wirklich ist, wird die eigentliche Frage an Microsoft.

Microsoft (WKN: 870747)

Die Aktie schloss am Freitag bei 529,05 Dollar. Bis zum 52-Wochen-Hoch bei 553,72 Dollar fehlen 4,46 Prozent. Zuletzt prallte der Kurs an der steigenden Widerstandslinie ab, die die Hochs seit März verbindet und knapp über 540 Dollar verläuft. Unterstützung bietet der breite Bereich um die Marke von 500 Dollar, wo auch die 50-Tage-Linie bei 506 Dollar wartet. Über der 200-Tage-Linie notiert die Aktie mit 21,6 Prozent Abstand, der übergeordnete Trend ist intakt. Fällt die Aktie unter 500 Dollar, steht der Ausbruch vom Sommer infrage.

Ob der Strommangel schon in den Azure-Zahlen steckt, zeigt der 28. Oktober: Dann legt Microsoft nach US-Börsenschluss die Zahlen zum ersten Geschäftsquartal vor. Die aktuelle Ausgabe des AKTIONÄRS finden Sie hier. 

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