Die Tesla-Aktie schloss am 22. Oktober 3,08 Prozent tiefer bei 374,58 Dollar, SpaceX verlor 9,14 Prozent auf 144,75 Dollar – beide im Sog eines schwachen Gesamtmarkts. Unabhängig davon berichtet Bloomberg, Elon Musk wolle die Fusion seiner beiden Konzerne im ersten Halbjahr 2027 ankündigen und vor dem Ende der Amtszeit von Donald Trump abschließen. Brett Winton, Chief Futurist bei Cathie Woods Fondsgesellschaft ARK Invest, rechnet vor, Tesla-Aktionäre stünden mit dem Zusammenschluss bis 2036 fünfmal besser da. Die Quartalsbilanzen zeigen, warum die Rechnung für beide Seiten aufgehen kann – und wo sie endet.
Fünfmal besser gestellt – das klingt nach Kursziel, ist aber keines. Winton vergleicht zwei Zukünfte: In der einen fusionieren Tesla und SpaceX, in der anderen bleibt Tesla allein. Im Jahr 2036 hätte ein Tesla-Aktionär in der ersten Zukunft nach ARK-Modell etwa fünfmal so viel Vermögen wie in der zweiten. Schon für 2031 sieht Winton Tesla-Aktionäre um das 1,6-Fache besser gestellt, SpaceX-Aktionäre um das 2-Fache.
Tesla und SpaceX: Was die Bilanzen für die Fusion sagen
Warum das aufgehen kann, zeigt das dritte Quartal. Tesla setzte 28,05 Milliarden Dollar um, etwa so viel wie vor einem Jahr, der operative Gewinn fiel um 55,8 Prozent auf 718 Millionen Dollar. SpaceX steigerte den Umsatz um 161 Prozent auf 14,58 Milliarden Dollar und verdiente operativ 2,79 Milliarden Dollar – fast das Vierfache von Tesla mit gut der Hälfte des Umsatzes. Treiber ist die Sparte Superintelligenz, die vor allem Rechenleistung vermietet: 7,56 Milliarden Dollar Umsatz, ein Plus von 830 Prozent.
In der Kapitalflussrechnung steht: SpaceX investierte 19,59 Milliarden Dollar und verbrannte rund zehn Milliarden Dollar Free Cash Flow, für das vierte Quartal sind 35 bis 40 Milliarden Dollar Investitionen geplant. Tesla lieferte 1,53 Milliarden Dollar Free Cash Flow und kappte sein Investitionsbudget 2026 auf gut 20 Milliarden Dollar.
Tesla ist in dieser Ehe der Sparer: 45,4 Milliarden Dollar liegen auf dem Konto, dazu kommen Fabriken für Großbatterien. SpaceX ist der Bauherr, der jedes Quartal Milliarden in Rechenzentren und Satelliten steckt. Geschäftlich hängen beide schon zusammen: Im dritten Quartal stellte Tesla SpaceX 588 Millionen Dollar für Megapack-Stromspeicher in Rechnung.
SpaceX-Aktie: Wer bei welchem Umtauschverhältnis gewinnt
Tesla-Aktionäre geben ein Autogeschäft ab, das kaum noch wächst, und bekommen ein Stück vom Konzern, der im Musk-Reich das meiste Geld verdient. Wie groß das Stück ist, hängt vom Preis ab. SpaceX ist an der Börse 1,96 Billionen Dollar wert, Tesla 1,48 Billionen Dollar. Zu den Schlusskursen vom 22. Oktober gehörten den Tesla-Aktionären 43 Prozent des neuen Konzerns. Mit 30 Prozent Aufschlag, den Winton bis 2031 für fair hält, wären es 49,6 Prozent. Wer bis 2036 rechnet, müsste Tesla nach Winton zum halben Preis hergeben – dann blieben 27,4 Prozent. Ob der Deal fair ist, hängt also davon ab, wie weit man nach vorn schaut.
Tesla-Fusion: Was gegen den Deal spricht
Zusammen hätten beide Konzerne im dritten Quartal rund 8,47 Milliarden Dollar Free Cash Flow verbrannt, Teslas Plus stammte zudem zu 2,59 Milliarden Dollar aus dem Umlaufvermögen. Für SpaceX-Aktionäre wirkt der Tausch verwässernd: Tesla verdiente laut Fortune in vier Quartalen nur 3,28 Milliarden Dollar netto, doch für eine Übernahme mit 30 Prozent Prämie müsste SpaceX zu den Schlusskursen vom 22. Oktober rund 98 Prozent neue Aktien ausgeben. Musk käme laut Analystenschätzungen von rund 20 Prozent der Tesla-Stimmen auf etwa 56 Prozent im neuen Konzern. Das größte Risiko ist der Kalender: Wer unter Zeitdruck verhandelt, verhandelt schlecht über den Preis.
Tesla und SpaceX: Die nächsten Termine
- 03.12.2026: Die Tesla-Hauptversammlung zeigt, wie viel Rückhalt Musk für die nötige Mehrheit aller Tesla-Aktien hat.
- 30.06.2027: Bis Ende des ersten Halbjahrs soll laut Bloomberg der Deal angekündigt sein.
- 20.01.2029: Mit dem Ende von Trumps Amtszeit schließt sich das politische Zeitfenster für den Abschluss.
Die Fusion ist kein Rettungsanker für Tesla, sondern ein Tausch von Kasse gegen Wachstum. Tesla-Aktionäre bekommen einen Anteil an einem Gewinnmotor, SpaceX-Aktionäre einen Finanzier für 40-Milliarden-Quartale. Über das 5-Fache entscheidet nicht ARKs Modell, sondern das Umtauschverhältnis, aber bis Mitte 2027 kann noch sehr viel passieren.
Tesla und SpaceX sind beide Empfehlungen des AKTIONÄRS, investierte Anleger bleiben vorerst dabei.
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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Tesla, SpaceX.
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Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Tesla, SpaceX.
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