Ein Kurssprung von elf Prozent an einem einzigen Handelstag wirkt im aktuellen Marktumfeld gewaltig. Auslöser für das Kursfeuerwerk bei Hewlett Packard Enterprise sind auf den ersten Blick glänzende Quartalszahlen des Softwarekonzerns Oracle. Zwischen beiden Konzernen läuft ein handfestes Milliardengeschäft, das die Fantasie der Anleger neu entfacht.
Der heutige Freitag bringt an den US-Börsen eine breite Nachfrage nach IT-Ausrüstern. Angeführt wird die Bewegung von Hewlett Packard Enterprise (HPE). Die Aktie klettert zweistellig und nimmt Kurs auf einen Rekordschlusskurs. Auch Wettbewerber wie Dell Technologies gewinnen zehn Prozent, während der PC-Hersteller HP Inc. um siebeneinhalb Prozent zulegt.
Der Auslöser liegt bei Oracle. Der Software- und Cloud-Konzern überraschte mit einem Umsatzsprung im Bereich der Cloud-Infrastruktur um 121 Prozent. Das Management machte klar: Die Nachfrage nach Rechenleistung für das Training und den Betrieb von Modellen künstlicher Intelligenz wächst deutlich schneller als das Angebot. Anleger folgern daraus sofort steigende Investitionen in Rechenzentren.
Für HPE bedeutet das weit mehr als wohlwollende Branchenstimmung. Vor wenigen Tagen vereinbarten beide Konzerne eine vertiefte Partnerschaft. Oracle verbaut künftig Netzwerktechnik von HPE Juniper – Router und Switches – global in seinen KI-Rechenzentren. Als Anreiz erhielt Oracle Bezugsrechte auf rund 4,2 Millionen HPE-Aktien zu einem symbolischen Cent je Anteilsschein. Steigen die Bestellungen von Oracle, profitiert HPE doppelt.
HPE selbst hatte Anfang September starke Zahlen geliefert. Der Umsatz kletterte im dritten Quartal um 34 Prozent. Vor allem die Netzwerksparte explodierte mit einem Plus von 75 Prozent. Das Geschäft mit Rechenzentrumsnetzwerken verdoppelte sich. Die Erlöse im Routing-Segment wuchsen sogar um 270 Prozent.
Die Zahlen von Oracle wirken nun wie die verspätete Bestätigung der eigenen Prognosen. Mit einem Kursplus von mehr als 150 Prozent seit Jahresbeginn ist die Aktie von Hewlett Packard Enterprise teuer geworden. Doch der heutige Sprung fußt auf realen Auftragsbüchern. Kursverstärkend wirkt heute die allgemeine Erholungsbewegung an den US-Börsen. Mit Dell profitiert dabei auch ein AKTIONÄR-Tipp, der seit Empfehlung (Ausgabe 49/25) ohnehin schon mehr als 300 Prozent zugelegt hat!
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