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Dell-Aktie: Quartalszahlen sprengen alle Schätzungen – Prognose um 25 Milliarden Dollar erhöht

Dell-Aktie: Quartalszahlen sprengen alle Schätzungen – Prognose um 25 Milliarden Dollar erhöht
Foto: Ken Wolter/Shutterstock
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Ingo Nix Heute, 08:31 Ingo Nix
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Dell hebt die Jahresprognose um 25 Milliarden Dollar an und meldet 95 Milliarden Dollar Auftragsbestand im KI-Geschäft. Der freie Cashflow fällt im selben Quartal um 47 Prozent. Beides steht in derselben Bilanz.

Dell hat im Q2 des Geschäftsjahres 2027 (Ende 31. Juli 2026) jede Schätzung des Marktes übertroffen. Den Kurs bewegt aber der Ausblick: 192 statt 167 Milliarden Dollar Jahresumsatz, 25,5 statt 17,9 Dollar Gewinn je Aktie, 74 statt 60 Milliarden Dollar KI-Serverumsatz.

ISG (Infrastructure Solutions Group, das Rechenzentrumsgeschäft) stellt 81 Prozent des operativen Segmentergebnisses nach 65 Prozent im Vorjahr. Der KI-Auftragseingang lag bei 60,90 Milliarden Dollar, der Auftragsbestand bei 95 Milliarden Dollar. Die Überraschung liegt daneben: Das totgesagte klassische Servergeschäft wächst mit 122 Prozent schneller als das KI-Geschäft.

Dell Technologies (WKN: A2N6WP)

Dell: Wo die Marge herkommt

Die ISG-Marge sprang von 8,8 auf 15 Prozent. Finanzvorstand David Kennedy nannte die Skalierung als Treiber Nummer 1. Der Sprung stammt also daraus, dass die Fixkosten langsamer wuchsen als der Umsatz – nicht daraus, dass Dell je Server mehr verdient.

DER AKTIONÄR berichtete gestern Folgendes: „Eine erneute Anhebung der Jahresprognose bei stabiler ISG-Marge von über 10,5 Prozent – und ein KI-Auftragseingang, der wie im Q1 über dem verbuchten Umsatz liegt und den Bestand von zuletzt 51,3 Milliarden Dollar weiter aufbaut." Ein Volltreffer.

Dell: Der Preis des Wachstums

Der freie Cashflow fiel um 47 Prozent auf 986 Millionen Dollar, obwohl sich der Nettogewinn mehr als verdreifachte. Nur bereinigt steht er bei 8,15 Milliarden Dollar – die Differenz stammt fast ganz aus 6,67 Milliarden Dollar Finanzierungsforderungen, die dort hinzugerechnet werden. Die Vorräte verdoppelten sich seit Januar auf 21,29 Milliarden Dollar, das Eigenkapital bleibt negativ.

Dell: Die Prognose ist der Kurstreiber

Für das Q3 stellt Dell 49 Milliarden Dollar Umsatz und 6,50 Dollar Gewinn je Aktie in Aussicht, gegen 41,42 Milliarden Dollar und 4,49 Dollar im Konsens. Ein Teil davon ist Preis, nicht Menge: COO Jeff Clarke bestätigte, dass Preiserhöhungen wegen steigender Vorleistungskosten eingeflossen sind. HP Inc. berichtete zuletzt ein Plus von 22 Prozent im kommerziellen Geschäft, die Marge war hier der Unterschied. Bei HP fiel sie im gesamten PC-Geschäft auf 4,6 Prozent, bei Dell stieg sie auf 7,6 Prozent. Gleiche Nachfrage, bessere Kostenweitergabe. 

Dell: Was die Analysten wissen wollten

An der Höhe der Zahlen zweifelte im Analystengespräch niemand – gefragt wurde nur, ob das so bleibt. Amit Daryanani (Evercore ISI) wollte wissen, ob Kunden ihre Serverkäufe nur vorziehen, bevor es teurer wird; Clarke hielt dagegen, dass bei den Kunden noch 1,2 Millionen Server aus dem Jahr 2017 und älter laufen, die ohnehin ersetzt werden müssen. Wamsi Mohan (Bank of America) fragte, warum Dell seinen Kunden immer häufiger das Geld für die Anschaffung vorstreckt – der Umsatz steht dann schon in den Büchern, das Geld ist aber noch nicht da; Kennedy nannte das eine Folge des größeren Geschäfts. Und auf die Frage von Asiya Merchant (Citi), ob Dell überhaupt genug Bauteile bekommt, antwortete Clarke knapp: Es reiche nicht, am knappsten seien Speicherchips.

Die Aktie schloss vor den Quartalszahlen bei 425 Dollar sieben Prozent tiefer und sprang nachbörslich auf über 468 Dollar oder 10 Prozent an. 

Ein Quartal über jeder Erwartung, ein Ausblick weit über der üblichen Anhebung – bezahlt mit einer sich ausdehnenden Bilanz. Bis zu den nächsten Quartalszahlen Ende November zählt dreierlei: ein positiver freier Cashflow vor Bereinigung, eine stabile ISG-Marge bei nachlassendem Skaleneffekt und ein KI-Auftragseingang über den Auslieferungen.

DER AKTIONÄR hat eine laufende Empfehlung für Dell mit Kursziel 500 Euro und einen Stopp bei 320 Euro.  

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