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Dell‑Aktie: AI Factory mit Nvidia – Was hinter dem KI‑Rechenzentrum von der Stange steckt

Dell‑Aktie: AI Factory mit Nvidia – Was hinter dem KI‑Rechenzentrum von der Stange steckt
Foto: Ken Wolter/Shutterstock
Dell Technologies Inc -%
Ingo Nix Heute, 08:28 Ingo Nix
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Dell verkauft gemeinsam mit Nvidia komplette Rechenzentren von der Stange. Der Umsatz der Infrastruktursparte hat sich damit nahezu verdreifacht, die Marge nicht. Am Dienstag, dem 1. September, legt Dell die Zahlen zum Q2 des Geschäftsjahres 2027 vor – erwartet werden rund 44,5 Milliarden Dollar Umsatz und 4,90 Dollar Gewinn je Aktie. Im Mittelpunkt steht dabei etwas, das gar kein Produkt ist: die AI Factory with Nvidia.

Die AI Factory ist kein Server und kein Programm, sondern ein fertig verdrahteter Bauplan für ein KI-Rechenzentrum. Dell liefert Rechner, Speicher und Netzwerk, Nvidia die Grafikprozessoren und den Softwareunterbau. Dazu kommen sogenannte Referenzarchitekturen – erprobte Baupläne, die dem Kunden das monatelange Ausprobieren ersparen – sowie Aufbau und Wartung. Der Käufer bestellt kein Bündel Einzelteile mehr, sondern ein Rack, das nach dem Anschließen rechnet. Zuletzt stellte Dell den Server PowerEdge XE8812 auf Basis der Nvidia-Architektur Vera Rubin NVL4 mit bis zu 144 Grafikprozessoren je Rack sowie eine Datenplattform vor; global verfügbar sein soll der Server Anfang kommenden Jahres.

Die Zahlen dahinter

Nach Unternehmensangaben nutzen inzwischen mehr als 5.000 Kunden die AI Factory. Im Q1 des Geschäftsjahres 2027 setzte Dell allein mit KI-optimierten Servern rund 16,1 Milliarden Dollar um. Der Auftragsbestand im KI-Geschäft lag bei 51,3 Milliarden Dollar. Der Konzernumsatz stieg auf 43,8 Milliarden Dollar. Das Management hat die Erwartung für den KI-Serverumsatz des laufenden Geschäftsjahres zuletzt von 50 auf rund 60 Milliarden Dollar angehoben.

Dell Technologies (WKN: A2N6WP)

Warum die Marge das eigentliche Thema ist

Ein großer Teil dessen, was Dell fakturiert, ist der Preis der Nvidia-Beschleuniger, den Dell einkauft und weiterreicht. Je stärker die KI-Server den Umsatzmix bestimmen, desto dünner wird die Marge des Gesamtpakets. Genau das zeigen die Zahlen: Die operative Marge der Infrastruktursparte lag im Q1 bei 10,5 Prozent nach 14,8 Prozent im Schlussquartal des Vorjahres. Im Jahresvergleich legte sie zwar um 80 Basispunkte zu, der sequenzielle Rückgang zeigt aber, wohin der Mix drückt. Dells Gegenmittel heißt Speicher. Eigene Speichersysteme tragen deutlich höhere Margen als durchgereichte Hardware, und jeder ausgelieferte KI-Server ist eine Gelegenheit, sie mitzuverkaufen. Im Q1 wuchs das Speichergeschäft allerdings nur um acht Prozent – zu langsam, um den Verwässerungseffekt allein aufzufangen.

Wer skeptisch ist, hat gute Argumente. Ein Auftragsbestand ist kein Umsatz, sondern eine Absichtserklärung mit Lieferrisiko; Dell selbst nennt die Speicherchipversorgung als Engpass. Die Kundschaft ist konzentriert, große Cloudanbieter verhandeln hart und können jederzeit direkt bei Nvidia oder bei Auftragsfertigern kaufen.

Was für das Q2 erwartet wird

Die Latte hat Dell selbst gelegt. Für das abgelaufene Quartal stellt das Unternehmen einen Umsatz zwischen 44 und 45 Milliarden Dollar in Aussicht und damit 49 Prozent über dem Vorjahreswert. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll bei 4,80 Dollar liegen. Für das gesamte Geschäftsjahr 2027 nennt das Management 17,9 Dollar je Aktie. Zur Einordnung: Vor der Anhebung der Prognose Ende Mai hatte der Analystenkonsens für dieses Quartal 2,96 Dollar je Aktie und rund 35,1 Milliarden Dollar Umsatz erwartet. Genau deshalb hilft ein bloßes Übertreffen der Umsatzzahl dem Kurs wenig – die Menge ist eingepreist, offen ist die Qualität.

Die Frage entscheidet sich am 1. September, wenn Dell die Zahlen vorlegt. Drei wichtige Aussagen sind dann zu prüfen: die operative Marge der Infrastruktursparte, das Wachstumstempo im margenstarken Speichergeschäft und der Auftragsbestand. 

Die AI Factory macht aus Dell einen Generalunternehmer für KI-Rechenzentren. Sie hebt den Umsatz je Kunde dramatisch und bindet den Kunden über Speicher und Dienstleistungen – sie hebt aber nicht automatisch den Gewinn je Dollar Umsatz. Ob die Rechnung aufgeht, wird der Markt am 1. September sehen.

DER AKTIONÄR hat eine laufende Empfehlung für Dell mit Kursziel 500 Euro und einen Stopp bei 320 Euro.  

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