Donald Trump hat Rückschlag bei seinem Vorhaben kassiert, die Führung der US-Notenbank Federal Reserve schnell neu zu ordnen. Grund: Die für nächste Woche geplante Anhörung des designierten Fed-Chefs Kevin Warsh vor dem Bankenausschuss des Senats wurde verschoben. Neben bürokratischen Hürden blockiert ein Senator die Personalie komplett. An der Wall Street wächst die Unsicherheit.
Der Zeitplan droht zu scheitern: Eigentlich sollte Kevin Warsh am 16. April vor dem mächtigen Bankenausschuss des US-Senats aussagen – ein entscheidender Schritt auf dem Weg an die Spitze der einflussreichsten Notenbank der Welt. Doch daraus wird erst einmal nichts. Wie Vertraute gegenüber dem US-Sender CNBC bestätigten, wurde der Termin abgesagt.
Der Grund für die Terminverschiebung klingt zunächst banal, hat es aber in sich: Dem Ausschuss fehlen schlicht die notwendigen Unterlagen des Kandidaten. Die Regeln besagen, dass eine Anhörung mit einer Frist von einer Woche angekündigt werden muss – und das erst, nachdem alle Dokumente, inklusive der Offenlegung der persönlichen Finanzen, vorliegen. Die Frist für eine rechtzeitige Ankündigung verstrich am Donnerstagabend ohne Ergebnis.
Milliarden-Erbe als Bremsklotz?
Dass sich die Offenlegung der Finanzen bei Warsh hinzieht, kommt für Insider nicht überraschend. Der ehemalige Fed-Gouverneur ist mit Jane Lauder verheiratet, der Erbin des Kosmetikgiganten Estée Lauder. Ihr Nettovermögen wird von Forbes auf rund 1,9 Milliarden Dollar geschätzt.
Als Warsh im Jahr 2006 für seinen früheren Posten bei der Fed nominiert wurde, umfasste seine Offenlegung fast 1.200 verschiedene Vermögenswerte – der Großteil davon im Besitz seiner Frau. Ein solches Dickicht zu durchleuchten, braucht Zeit.
Push für den Kryptosektor?
Für Krypto- und Tech-Investoren ist Warsh dennoch ein hochinteressanter Kandidat: Nach seinem Ausscheiden aus der Fed im Jahr 2011 arbeitete er 15 Jahre lang für das Family Office des streitbaren Investors Stanley Druckenmiller. Dort leitete Warsh unter anderem Risikokapital-Investitionen in Tech-Konzerne – darunter auch der KI-Highflyer Palantir.
Ein Senator stellt sich quer
Während Kevin Hassett, der Direktor des Nationalen Wirtschaftsrates der USA, sich gegenüber Fox Business noch „höchst zuversichtlich“ zeigte, dass Warsh bis zum Ende von Jerome Powells Amtszeit Mitte Mai im Amt sein wird, sieht die Realität im Senat düsterer aus.
Denn selbst wenn die Papiere eintreffen, droht Warsh eine politische Hängepartie. Der republikanische Senator Thom Tillis aus North Carolina weigert sich strikt, für irgendeinen Fed-Kandidaten zu stimmen, solange das Justizministerium (DOJ) seine strafrechtlichen Ermittlungen gegen den aktuellen Fed-Chef Jerome Powell nicht einstellt.
Tillis und Powell bezeichnen die Ermittlungen als politisch motiviert, um die Unabhängigkeit der Notenbank zu untergraben. Da die zuständige US-Staatsanwältin Jeanine Pirro jedoch erst am Mittwoch bekräftigte, die Ermittlungen gegen Powell fortzuführen, ist Warshs Weg an die Fed-Spitze komplett blockiert.
Sollte sich die Hängepartie um den Fed-Vorsitz weiter hinziehen, wäre das ein zusätzlicher Belastungsfaktor für die Wall Street. Denn eines ist klar: Unsicherheit mögen die Börsen überhaupt nicht. Jerome Powells Amtszeit endet am 15. Mai. Ist bis dahin kein Nachfolger bestätigt, droht an der Fed-Spitze eine turbulente Übergangsphase. DER AKTIONÄR bleibt am Ball und wird zeitnah über die weiteren Entwicklungen in diesem Fall berichten.
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