Anleger an der New Yorker Börse ziehen vor dem Wochenende die Reißleine. Der Dow Jones wird zum Handelsstart rund 0,6 Prozent tiefer bei 48.788 Punkten erwartet. Auch der technologielastige Nasdaq 100 verliert voraussichtlich 0,7 Prozent und sinkt auf 25.691 Zähler. Damit schmilzt das Kursplus des ersten Monats im neuen Jahr auf rund 1,7 Prozent zusammen.
Für Verunsicherung sorgt vor allem die Personalpolitik von Donald Trump. Der US-Präsident hat einen Nachfolger für Notenbankchef Jerome Powell nominiert. Die Wahl fiel auf Kevin Warsh. Unter Händlern gilt der ehemalige Fed-Gouverneur als Vertreter einer restriktiven Geldpolitik.
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Der Grund: Marktteilnehmer fürchten, dass Warsh die Zinsen länger hochhalten könnte als sein Vorgänger. Während einige Ökonomen Warsh eher als Pragmatiker einstufen, drückt die Ungewissheit auf die Stimmung.
Gewinnmitnahmen im Chip-Sektor
Nach der jüngsten Rekordjagd setzen bei den Technologiewerten Gewinnmitnahmen ein. Besonders deutlich trifft es den Halbleiterzulieferer KLA Corp. Trotz positiver Analystenstimmen zu den jüngsten Quartalszahlen sackte die Aktie vorbörslich um 7,9 Prozent ab. In seinem Fahrwasser verloren auch Branchengrößen wie Applied Materials und Lam Research jeweils mehr als zwei Prozent an Wert.
Auch Apple konnte die Anleger nicht vollständig überzeugen. Das Unternehmen meldete zwar ein Rekordquartal für das iPhone, warnte jedoch gleichzeitig vor anhaltenden Lieferengpässen bei Chips. Die Konsequenz: Das Papier des Technologieriesen notiert 0,3 Prozent im Minus.
Kreditkarten unter politischem Druck
Ein gemischtes Bild zeigt sich im Finanzsektor. Visa meldete zwar starke Zahlen und profitierte von der Ausgabefreudigkeit der Konsumenten, verlor dennoch 0,8 Prozent. Bei American Express fiel das Minus mit 2,2 Prozent deutlicher aus.
Hier belastet vor allem die Politik das Geschäftsumfeld. Donald Trump hatte Mitte Januar angekündigt, die Zinsen für Kreditkarten deckeln zu wollen. Entsprechend vorsichtig agieren Investoren derzeit bei Titeln der Kreditkartenbranche, da sinkende Margen drohen.
Enthält Material von dpa-AFX
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Apple.
Heute, 15:11