Der Kreditkartenanbieter Visa hat am Donnerstagabend seine Zahlen zum abgelaufenen Quartal veröffentlicht. Nachdem der Rivale Mastercard bereits im Vorfeld seine Bücher geöffnet und die Erwartungen klar übertroffen hatte, reichten die soliden Zahlen von Visa nicht aus, um neue Begeisterung zu entfachen.
Visa meldete für das erste Quartal des Fiskaljahres 2026 einen Nettoumsatz von 10,9 Milliarden Dollar, was 15 Prozent mehr als im Vorjahr entspricht und die Prognosen von 10,7 Milliarden Dollar deutlich übertraf. Der bereinigte Gewinn je Aktie stieg ebenfalls um 15 Prozent auf 3,17 Dollar und lag damit über der Erwartung von 3,14 Dollar.
Das Zahlungsvolumen wuchs um acht Prozent auf rund vier Billionen Dollar, verarbeitete Transaktionen um neun Prozent auf 69 Milliarden. Die operativen KPIs lagen damit auf dem Niveau der Markterwartung. Für Anleger winkt nun eine Quartalsdividende von 0,67 Dollar. Diese entspricht damit dem Niveau des Vorquartals und wir am 2. März an alle Aktionäre ausgeschüttet, die die Aktie am 10. Februar im Depot eingebucht haben. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum, in dem Visa 0,59 Dollar je Aktie ausschüttete, steigt die Dividende um 13,5 Prozent.
Getragen wurde das Wachstum von weiterhin robusten Konsumausgaben, steigenden Zahlungsvolumina sowie einer hohen Nachfrage nach digitalen und grenzüberschreitenden Zahlungsdiensten. Visa profitierte zudem stark von margenstarken Zusatzdiensten wie Risiko-, Sicherheits- und Beratungsleistungen, die inzwischen rund die Hälfte des Umsatzwachstums ausmachen. Dennoch fiel die Aktie nachbörslich um eineinhalb Prozent – möglicherweise, da Anleger ein Ergebnis wie bei Mastercard erwarteten.
Mastercard als Richtwert
Die Mastercard-Aktie stieg im regulären Handel um über 4 Prozent und legten im Nachbörslichen weiter zu, getrieben von robusten Vorjahreszahlen. Analysten hatten ein Gewinn je Aktie von 4,25 Dollar und Umsatz von 8,5 Milliarden Dollar prognostiziert, letztlich meldete der Visa-Rivale jedoch einen Gewinn je Aktie von 4,38 Dollar und einen Erlös von 8,6 Milliarden Dollar.
Politischer Gegenwind belastet die Branche
Hinzu kommt ein wachsender regulatorischer Unsicherheitsfaktor. US-Präsident Donald Trump hatte angekündigt, für Kreditkarten einen Maximalzinssatz von zehn Prozent für ein Jahr einzuführen. Aktuell liegen die durchschnittlichen Kreditkartenzinsen in den USA laut Federal Reserve bei rund 21,5 Prozent.
Auch wenn unklar ist, ob und wie dieser Plan umgesetzt werden kann, sorgt die Ankündigung für Nervosität in der gesamten Kreditkartenbranche. Banken und Lobbyverbände warnen vor eingeschränkter Kreditvergabe, geringeren Margen und negativen Folgen für Verbraucher und kleine Unternehmen.
Die Geschäfte von Visa laufen weiterhin gut. Solange sich die Aktie über der horizontalen Unterstützung bei 325 Dollar behauptet, ist der nachbörsliche Rücksetzer kein Beinbruch für den Erholungsversuch. Anleger bleiben bei Visa an Bord.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Visa Inc..
Heute, 07:49