Zinsdeckel‑Debatte in den USA: Chance für europäische Banken?

Zinsdeckel‑Debatte in den USA: Chance für europäische Banken?
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Commerzbank AG -%
Fabian Strebin Heute, 07:52 Fabian Strebin

In den USA ist die Berichtssaison bereits wieder gestartet. Gestern legte Branchenprimus JPMorgan seine Zahlen vor, die auf ein gemischtes Echo trafen. Bei der Commerzbank sind es noch mehrere Wochen bis zur Zahlenvorlage, doch die Papiere halten sich im neuen Jahr bisher erstaunlich gut.

In den USA hat Präsident Donald Trump eine Debatte über die Begrenzung von Zinsen auf Kreditkartenschulden angestoßen. Nach seiner Ansicht sollten diese bei zehn Prozent begrenzt werden. Das würde in etwa der Hälfte des Zinssatzes entsprechen, den viele Kreditkartenfirmen und Banken von ihren Kunden nehmen.

Das hat in der Finanzbranche seit Montag viele Aktien unter Druck gesetzt. Für europäische Bankpapiere wie die Commerzbank kann das mittelfristig eine Chance sein, wenn Anleger bei einer Schwäche der US-Banken in Europa investiert bleiben. Dann könnten die Branchenvertreter aus Europa an den Lauf von 2025 anknüpfen.

Wie bei der Commerzbank besteht bei europäischen Konkurrenten vielfach kein oder nur ein geringes Engagement im US-Kreditkartenmarkt, was im ersten Moment nicht zu einer Beeinträchtigung bei einer Regulierungsänderung führen würde.

Für die Commerzbank wird das Thema Übernahme ohnehin auch 2026 bestimmend bleiben. Ob UniCredit-CEO Andrea Orcel seinen Anteil über 30 Prozent erhöht und damit die Schwelle überschreitet, ab der ein Pflichtangebot fällig wird, ist die alles entscheidende Frage.

Sollte Orcel tatsächlich aufgrund des hohen Aktienkurses bei der Commerzbank in den letzten Monaten gezögert haben, dann sieht es aktuell indes nicht besser aus für ihn. Die Notierung hält sich deutlich über der 50-Tage-Linie bei 33,99 Euro und befindet sich nach wie vor in einem Aufwärtstrend.

Commerzbank (WKN: CBK100)

Die ersten US-Banken liefern diese Woche Zahlen. Da die Commerzbank kein nennenswertes Investmentbanking betreibt, können daher keine großen Rückschlüsse daraus auf die Geschäftsentwicklung der Frankfurter im letzten Quartal gezogen werden. Hier ist es erst am 11. Februar mit dem Zahlenwerk soweit.

Investierte Anleger bleiben in jedem Fall an Bord.

Hinweis auf Interessenkonflikte

Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.

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