Der Future auf den Nasdaq 100 notiert vor der US-Eröffnung um 14:30 Uhr deutscher Zeit bei 28.825 Punkten, 2,49 Prozent unter dem Vortag. Auslöser sind die Zahlen von Alphabet, Amazon und Intel – und die Sorge, dass sich die Milliarden für Künstliche Intelligenz zu langsam bezahlt machen.
Nasdaq 100: Warum fallen die Tech-Aktien heute?
Den Anfang machte Alphabet, das seine Zahlen am Mittwochabend vorlegte. Die Aktie verlor am Donnerstag 12,6 Prozent, der größte Tagesverlust ihrer Geschichte. Dabei hat Google Cloud den Umsatz mehr als verdoppelt. Doch allein im dritten Quartal investierte der Konzern 51,4 Milliarden Dollar und damit mehr, als das operative Geschäft an Cash einbrachte.
Amazon gibt vorbörslich rund sieben Prozent nach. Auch hier wächst die Cloud: AWS legte um 39 Prozent zu, so schnell wie seit fast fünf Jahren nicht. Der Umsatzausblick für das Weihnachtsquartal liegt aber unter den Schätzungen der Wall Street, der Gewinn je Aktie fiel auf 1,89 Dollar nach 1,95 Dollar im Vorjahr. Zugleich bleibt der Konzern bei Investitionen von rund 220 Milliarden Dollar für 2026, der freie Cashflow ist auf Zwölfmonatssicht negativ.
Intel trifft es am härtesten. Die Aktie verliert vorbörslich rund ein Viertel, weil der Konzern für das Schlussquartal nur 15 bis 16 Milliarden Dollar Umsatz in Aussicht stellt. Analysten hatten laut Bloomberg mit 17 Milliarden gerechnet. Die bereinigte Bruttomarge soll von 44,1 auf rund 38 Prozent sinken, im PC-Geschäft erwartet Intel mehr als 20 Prozent weniger Umsatz als im Vorquartal. Steigende Speicherpreise verteuern die Rechner – ein Gegenwind, der laut Intel bis ins erste Halbjahr 2027 reichen kann.
Die Schwäche reicht über die Schwergewichte hinaus: Reddit verliert vorbörslich rund ein Fünftel, Roblox 19,1 Prozent und Twilio 17,5 Prozent, jeweils wegen schwacher Ausblicke. Dazu kommt ein Diebstahl von 6,36 Milliarden Dollar bei der Kryptobörse Binance, der Coinbase und Strategy jeweils gut fünf Prozent kostet.
Die Börse bestraft nicht fehlendes Wachstum, sondern seinen Preis. Der Dow-Future liegt fast unverändert – das Geld rotiert, es flieht nicht.
Der Index schloss am Donnerstag bei 29.403 Punkten, 1,38 Prozent unter der 50-Tage-Linie und noch über der 200-Tage-Linie bei rund 27.910 Punkten. Das Rekordhoch bei 31.361 Punkten liegt 6,25 Prozent entfernt. Überträgt sich das Minus des Futures, landet der Index rechnerisch bei rund 28.670 Punkten und damit unter dem Septembertief bei rund 28.750 Punkten. Fällt diese Unterstützung per Schlusskurs, wäre die 200-Tage-Linie nur noch wenige Prozent entfernt.
Den ersten Härtetest liefert die Eröffnung an der Wall Street heute um 14:30 Uhr.
DER AKTIONÄR wird im Laufe des Tages über sämtliche wichtigen Entwicklungen und Neuigkeiten an den nationalen und internationalen Märkten berichten.
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