Der Chip-Gigant Intel hat den Kapitalmarkt am Donnerstag nach US-Börsenschluss mit einer schwachen Prognose auf dem falschen Fuß erwischt. Die Aktie bricht daraufhin um ein Viertel ein und knallt unter die Marke von 70 Dollar.
Zahlreiche Analysten haben bereits auf den schwachen Ausblick reagiert. Die UBS stuft den Chip-Wert weiterhin mit "Neutral" ein und kappt das Kursziel von 100 auf 80 Dollar. Laut Analyst Timothy Arcuri bleibe die Umsatzguidance auf das Schlussquartal selbst hinter den pessimistischsten Schätzungen zurück. Das sei vor allem auf das schwache Geschäft mit PC-Herstellern zurückzuführen, wo keine Erholung ersichtlich sei.
Die Bank of America (BofA) kassierte sogar die Kaufempfehlung. Das Votum lautet nun ebenfalls "Neutral". Das Kursziel wurde "nur" von 145 auf 100 Dollar reduziert, womit ausgehend vom derzeitigen Kursniveau wiederum ordentliches Upside-Potenzial signalisiert wird.
Vivek Arya schreibt von einer verzögerten Trendwende durch das unerwartet schwache PC-Geschäft und Lieferengpässe. Das wiederum würde den guten Lauf bei Prozessoren für KI-Rechenzentren überschatten.
Auch die britische Bank Barclays hat reagiert und das Kursziel von 100 auf 75 Dollar eingedampft. Einstufung: "Equal-weight". Weniger dramatisch fällt die Kurszielrevidierung bei JPMorgan um fünf Dollar auf 80 Dollar aus. Die US-Investmentbank hatte jedoch bereits im Vorfeld ein relativ niedriges Kursziel für das Papier von Intel ausgerufen.
Das Chip-Urgestein Intel holt die Anleger wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Die Neubewertung im Laufe des Jahres im Zuge des KI-Booms ging wohl zu schnell und die Erwartungen sind zu steil gestiegen – kräftige Kürzungen bei den Schätzungen sind nun die Folge. Anleger bleiben an der Seitenlinie; auch aus charttechnischer Sicht gibt es derzeit keinen Grund, auf der Long-Seite tätig zu werden.
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