ARK-Invest-Gründerin Cathie Wood prophezeit, dass die US-Regierung bald zum aktiven Käufer am Kryptomarkt wird. Die nationale „Bitcoin Strategic Reserve“ soll gefüllt werden – und zwar aggressiv. Während der Markt noch rätselt, ob Washington wirklich Steuergelder in digitale Assets umschichtet, liefert Wood die politische Begründung gleich mit.
Bislang gleicht die US-Bitcoin-Reserve eher einer juristischen Asservatenkammer. Sie besteht fast ausschließlich aus konfiszierten Beständen, die Donald Trump per Exekutivorder in der ersten Woche seiner zweiten Amtszeit zur strategischen Ressource erklärt hatte. Das Ziel: Die Coins sollen, ähnlich wie das Gold in Fort Knox, nicht veräußert werden.
Doch das reicht laut Wood nicht. „Die ursprüngliche Absicht war der Besitz von einer Million Bitcoin“, erklärte sie im Podcast „Bitcoin Brainstorm“. Um dieses Volumen zu erreichen, führt am aktiven Markt-Eingriff kein Weg vorbei. „Ich denke tatsächlich, sie werden anfangen zu kaufen“, so die Investorin. Bislang herrsche Zurückhaltung, doch der politische Druck steige.
„Lame Duck“
Der Antrieb ist dabei weniger ideologisch als machtpolitisch. Wood analysiert die Lage nüchtern: Trump droht nach den anstehenden Midterm-Wahlen der Status als „Lame Duck“ – ein handlungsunfähiger Präsident ohne Mehrheit. Krypto ist sein Hebel, um relevant und produktiv zu bleiben.
Zudem verweist die Star-Investorin auf die familiären Verflechtungen des Präsidenten im Sektor und die massive Unterstützung durch die Industrie. Die „Krypto-Community“ war ein Zünglein an der Waage bei seinem Wahlsieg – nun fordert sie politische Rendite.
Lobbyismus
Dass die Verzahnung zwischen Krypto-Lobby und Weißem Haus eng ist, zeigen die Geldströme. Branchengrößen Coinbase, Tether und Ripple gehören zu den Finanziers des neuen Ballsaals im Weißen Haus. Auch personell sind die Weichen gestellt: David Sacks, Sonderberater für KI wie und Krypto, leitet eine Arbeitsgruppe, die bereits im Juli empfahl, die CFTC als primäre Aufsicht für Spot-Märkte zu stärken.
Parallel forciert die Administration den „GENIUS Act“ zur Regulierung von Stablecoins. Während das Finanzministerium derzeit noch nach „budgetneutralen Strategien“ für Zukäufe sucht, stellt Wood bereits den nächsten regulatorischen Bonbon in Aussicht: eine „De-Minimis“-Steuerbefreiung. Diese würde Kapitalertragssteuern auf kleine Krypto-Transaktionen eliminieren und die Massenadoption beschleunigen.
Cathie Wood bleibt ihrem Ruf als ewige Tech-Optimistin treu. Auch Bundesstaaten wie Florida und Texas arbeiten bereits an eigenen Krypto-Rücklagen. Sollte Washington tatsächlich die Geldschleusen für Bitcoin öffnen, um die 1-Millionen-Marke zu knacken, würde dies enormen Kaufdruck auslösen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.
09.01.2026, 14:37