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Bitcoin‑Comeback: Ist das „Schreckgespenst“ der Wall Street weg?

Bitcoin‑Comeback: Ist das „Schreckgespenst“ der Wall Street weg?
Foto: Kevin McGovern/Shutterstock
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Philipp Schleu Heute, 08:41 Philipp Schleu

Der Kryptomarkt meldet sich mit einer kräftigen Erholung zurück. Innerhalb kurzer Zeit stieg der Wert aller digitalen Assets um mehr als 170 Milliarden Dollar. Die Marktkapitalisierung kletterte laut Daten von CoinGecko auf fast 2,5 Billionen Dollar. Der Grund für den plötzlichen Optimismus ist ungewöhnlich: Eine Klage gegen den Handelsriesen Jane Street sorgt für Spekulationen, dass ein massiver Verkaufsdruck am Markt schlagartig nachgelassen hat.

Bitcoin knackte am Mittwoch kurzzeitig die Marke von 70.000 Dollar. Auch die Verfolger legten deutlich zu. Während Ethereum um mehr als 13 Prozent stieg, verbuchte Solana ein Plus von über 15 Prozent. Die Rally beendete eine monatelange Durststrecke. Zuvor war Bitcoin von seinem Allzeithoch bei 120.000 Dollar im Oktober bis auf unter 65.000 Dollar abgerutscht. Marktbeobachter führen die aktuelle Trendwende auf eine technische Veränderung im Handelsalltag zurück.

Bitcoin-Tageschart
Quelle: TradingView
Bitcoin-Tageschart

Das Rätsel um die 10-Uhr-Marke

In den vergangenen Monaten beobachteten Trader ein wiederkehrendes Muster. Pünktlich um 10 Uhr morgens (Ostküstenzeit) brachen die Kurse oft ein. Unter Analysten wurde dieser Trend als „10 a.m. dump“ bekannt. Die Vermutung: Ein großer Akteur verkaufte systematisch Bestände, um die Preise zu drücken und tiefer wieder einzusteigen. Mit der Bekanntgabe einer Klage gegen Jane Street verschwand dieses Muster am Mittwoch plötzlich. Statt eines Abverkaufs schossen die Kurse zur besagten Uhrzeit nach oben.

Insider-Vorwürfe gegen Jane Street

Hinter der rechtlichen Auseinandersetzung steht der Abwickler von Terraform Labs. Die Klage wirft Jane Street vor, nicht-öffentliche Informationen genutzt zu haben. Konkret geht es um Geschäfte im Zusammenhang mit dem Zusammenbruch des Terra-Luna-Ökosystems im Jahr 2022. Die Kläger behaupten, der Handelsriese habe Insiderwissen genutzt, um eigene Positionen zum Nachteil anderer Marktteilnehmer abzusichern. Auch wenn es bisher keine Beweise für eine systematische Manipulation der täglichen 10-Uhr-Kurse gibt, feiert die Krypto-Community den Wegfall des vermeintlichen Verkaufsdrucks.

Hoffnung auf eine nachhaltige Erholung

Die Stimmung unter den Anlegern hat sich gedreht. Analysten wie Eric Balchunas von Bloomberg sprechen davon, dass ein „Schreckgespenst“ vom Markt verschwunden sei. Die entscheidende Frage bleibt jedoch, ob das Ende des regelmäßigen Verkaufsdrucks für eine dauerhafte Rally ausreicht. Entsprechend gespannt blicken Anleger nun auf die kommenden Handelstage, um zu sehen, ob das 10-Uhr-Phänomen dauerhaft der Vergangenheit angehört.

Die Klage gegen Jane Street wirkt wie ein Befreiungsschlag für Bitcoin und Altcoins. Das plötzliche Ausbleiben der regelmäßigen Abverkäufe am Vormittag hat das Vertrauen der Käufer gestärkt. Für einen nachhaltigen Trendwechsel muss der Kurs allerdings wieder über die Marke von 74.000 Dollar steigen.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.

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