Die jüngste Erholung des Bitcoins steht auf dem Prüfstand. Onchain-Daten deuten auf einen wachsenden Verkaufsdruck hin. Und auch aus charttechnischer Sicht sollten die Bullen nicht zu euphorisch werden.
Am Dienstag kletterte die größte Kryptowährung der Welt kurzzeitig über die Marke von 76.000 Dollar. Dabei testet der Bitcoin eine entscheidende Hürde. Bei 76.800 Dollar liegt nämlich der durchschnittliche Einstandspreis vieler Anleger. Julio Moreno, Forschungsleiter bei CryptoQuant, warnt vor dieser Marke. Wenn Anleger dort die Verlustzone verlassen, verkaufen sie oft. Das begrenzt den weiteren Anstieg. Nach unten sichert nun die 70.000-Dollar-Marke als erste Unterstützung ab.
Wale bewegen ihre Coins
Hinzu kommt: Während der Preis stieg, flossen immer mehr Coins auf die Handelsplätze. Die stündlichen Zuflüsse kletterten zuletzt auf rund 11.000 Bitcoin. Entsprechend reagieren Analysten besorgt. Werden Vermögenswerte an Börsen verschoben, ist das oft ein Vorbote für baldige Verkäufe.
Treiber dieser Entwicklung sind vor allem Großinvestoren. Die durchschnittliche Einlage stieg laut CryptoQuant auf 2,25 Bitcoin pro Transaktion. Besonders bei der Kryptobörse Binance fielen Einzeltransfers von mehr als 1.000 Bitcoin auf. Der Anteil dieser großen Einlagen an den gesamten Zuflüssen sprang innerhalb weniger Tage von unter zehn auf über 40 Prozent. Historisch betrachtet gehen Werte über dieser Schwelle stets mit einem hohen Verkaufsdruck einher.
Die Grenze für Gewinnmitnahmen
Auch die aktuelle Gewinnrealisierung drückt auf die Stimmung. Aktuell sichern Anleger täglich Profite in Höhe von rund 500 Millionen Dollar. Der kritische Schwellenwert liegt laut Moreno jedoch bei einer Milliarde Dollar. Diese Summe markierte in der Vergangenheit oft das Ende von Erholungsrallys.
Bärenflagge
Auch charttechnisch ist das Bild weiterhin bearish. Der Bitcoin-Kurs bewegt sich weiterhin innerhalb der Bärenflagge zwischen 69.600 und 77.700 Dollar. Solange diese nicht durch einen Ausbruch nach oben hinfällig wird, haben die Bären die Oberhand.
Die hohen Zuflüsse an Börsen wie Binance zeigen deutlich, dass Großinvestoren Kasse machen wollen. Anleger sollten sich daher auf weitere mögliche Rücksetzer einstellen.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.
Heute, 10:01