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Bitcoin vor weiterem Kursrutsch? So tief kann es gehen

Bitcoin vor weiterem Kursrutsch? So tief kann es gehen
Foto: Sora
Bitcoin - United States Dollar -%
Philipp Schleu Heute, 09:29 Philipp Schleu

Bitcoin hat sich zuletzt etwas erholt und notiert aktuell bei rund 62.150 Dollar. Doch die Gefahr weiterer Rücksetzer ist nicht gebannt. Das Analysehaus CryptoQuant sieht den möglichen Tiefpunkt des aktuellen Bärenmarktes bei 53.600 Dollar.

Wichtiges in Kürze:

•CryptoQuant sieht bei 53.600 Dollar eine mögliche Bodenbildung für Bitcoin.

•Hauptgrund für das Risiko weiterer Rücksetzer ist die deutlich schwächere Nachfrage.

•Für eine echte Trendwende fehlen bislang Käuferdruck und eine finale Kapitulation im Markt.

Die historische Untergrenze

Die Marke von 53.600 Dollar entspricht dem sogenannten „Realized Price“. Das ist der durchschnittliche Kaufpreis aller zirkulierenden Bitcoins. Julio Moreno, Forschungschef des Datenanbieters CryptoQuant, sieht darin einen wichtigen Indikator. In der Vergangenheit endeten Abwärtszyklen oft exakt an oder knapp unter dieser Linie. Letzte Woche fiel der Kurs auf 59.000 Dollar. Damit lag Bitcoin nur noch neun Prozent über diesem kritischen Niveau, bevor er sich auf aktuell rund 62.650 Dollar erholte. Ein Fall auf 53.600 Dollar würde den Boden aus Sicht der Analysten bestätigen. Ein historisches Beispiel: Während des Zusammenbruchs der Kryptobörse FTX im November 2022 rutschte der Kurs kurzzeitig unter diesen Wert. Danach startete die große Erholung.

Nachfrage bricht massiv ein

Während der Preis nach Halt sucht, fällt das Kaufinteresse. CryptoQuant stuft die aktuelle Nachfrage als stark unvorteilhaft ein. Allein in der vergangenen Woche schrumpfte die Gesamtnachfrage um 652.000 Bitcoin. Das ist der schärfste Rückgang seit Januar 2022. Auch der Rückzug institutioneller Investoren drückt den Markt. Das Wachstum der US-Spot-ETFs fiel in den vergangenen 30 Tagen auf ein Minus von 74.000 Bitcoin. Das ist der schwächste Wert seit dem Start der Fonds im Januar 2024. Statt den Verkaufsdruck aufzusaugen, erhöhen die ETFs durch Kapitalabflüsse derzeit das Angebot am Markt.

Die große Kapitulation fehlt

Ein echter Bärenmarkt endet typischerweise mit einer Kapitulation. Anleger verkaufen dann ihre Bestände unter Zwang oder mit massiven Verlusten. Genau diese Phase fehlt bislang. In den vergangenen 30 Tagen summierten sich die realisierten Verluste der Bitcoin-Halter auf 187.000 Bitcoin. Zum Vergleich: Beim FTX-Crash waren es 1,2 Millionen Bitcoin. Entsprechend reagieren die Analysten von CryptoQuant vorsichtig. Die Daten zeigen, dass viele Anleger beim aktuellen Niveau noch nicht unter Wasser sind. Die psychologische Schwelle für Notverkäufe ist noch nicht erreicht. Der Markt muss diese Bereinigung durchlaufen, bevor ein neuer Aufschwung starten kann.

Bitcoin (ISIN: CRYPT0000BTC)

Das Niveau von 53.600 Dollar geht auch mit einer wichtigen charttechnischen Unterstützung einher, was die Wahrscheinlichkeit eines Bodens an dieser Stelle natürlich erhöht. Dennoch sollten Anleger niemals ins fallende Messer greifen, sondern erst eine Trendwende abwarten. Ein Einstieg drängt sich demnach aktuell nicht auf.

Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.

FAQs

Was ist der Bitcoin?

Bitcoin ist das erste dezentrale, digitale Geldgesetz der Welt. Frei von Staaten, Notenbanken und Zensur. Das geniale Prinzip dahinter: Die Blockchain-Technologie sorgt dafür, dass jede Transaktion fälschungssicher und transparent dokumentiert wird, ohne dass es dafür eine Bank als Mittelsmann braucht. Da die Gesamtmenge unwiderruflich auf 21 Millionen Coins limitiert ist, ist Bitcoin im Gegensatz zu Euro oder Dollar inflationsgeschützt.


Wer hat den Bitcoin erschaffen?

Im Jahr 2008 veröffentlichte eine Person oder Gruppe unter dem Pseudonym Satoshi Nakamoto das legendäre Bitcoin-Whitepaper. Bis heute ist die wahre Identität hinter dem Namen das größte und faszinierendste Geheimnis der Finanzwelt. Kurz nach dem Start des Netzwerks zog sich Nakamoto komplett zurück und übergab den Code der Open-Source-Community.


Kann der Bitcoin-Kurs theoretisch auf Null fallen?

Theoretisch ja, praktisch erscheint dieses Szenario heute äußerst unwahrscheinlich. Bitcoin hat sich in den vergangenen Jahren von einem Nischenprojekt zu einem weltweit anerkannten Vermögenswert entwickelt. Staaten halten Bitcoin-Reserven, große Vermögensverwalter bieten Spot-ETFs an und börsennotierte Unternehmen investieren Milliardenbeträge in die Kryptowährung.

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