Der größte börsennotierte Bitcoin-Miner der USA macht Kasse. MARA Holdings hat im März massiv Kryptowährungen verkauft, um eigene Verbindlichkeiten mit einem Rabatt zurückzukaufen. Die Börse honoriert den Schritt zur Entschuldung.
Zwischen dem 4. und 25. März stieß MARA exakt 15.133 Bitcoin ab. Das brachte dem Unternehmen rund 1,1 Milliarden Dollar ein. Mit diesem Kapital kauft der Miner nun eigene Wandelanleihen zurück, die eigentlich erst in den Jahren 2030 und 2031 fällig wären.
Der Clou an der Transaktion: MARA zahlt für Schuldpapiere im Nennwert von einer Milliarde Dollar lediglich 913 Millionen Dollar in bar. Das entspricht einem Abschlag von fast neun Prozent und bringt dem Konzern eine direkte Ersparnis von 88 Millionen Dollar ein. Entsprechend sinkt die Gesamtverschuldung aus Wandelanleihen um etwa 30 Prozent auf nun 2,3 Milliarden Dollar. Auf der eigenen Bilanz verbleiben nach dem Verkauf noch 38.689 Bitcoin.
Die Anleger reagierten positiv auf die finanzielle Umstrukturierung. Vorbörslich kletterte die MARA-Aktie am Donnerstag von 8,25 Dollar auf bis zu 9,29 Dollar – ein Kursplus von 12,6 Prozent. Im regulären Handel pendelte sich das Papier bei 8,74 Dollar ein.
Flucht nach vorn in Richtung KI
Der Grund für den strategischen Schwenk zeigt sich auch in der jüngsten Bilanz. MARA verbuchte im vierten Quartal einen Nettoverlust von 1,7 Milliarden Dollar. Dieser entstand vor allem durch buchhalterische Wertanpassungen der eigenen Bitcoin-Bestände. Während das Management zuvor noch betonte, Bitcoin langfristig als eiserne Reserve zu halten, setzt CEO Fred Thiel nun auf mehr finanzielle Flexibilität.
Das Ziel des Unternehmens ist klar definiert: MARA will weg vom reinen Krypto-Mining. Das Kapital fließt künftig verstärkt in digitale Energie und Infrastruktur für Künstliche Intelligenz. Kürzlich übernahm das Unternehmen bereits die Mehrheit an den KI-Rechenzentren von Exaion.
Auch die Konkurrenz drückt bei diesem Thema aufs Tempo. Bitdeer verkaufte im Februar sogar alle seine Bitcoin, um das Cloud- und KI-Geschäft auszubauen. Der Miner Canaan rüstet in Texas derweil Anlagen auf, um Krypto-Mining und KI-Prozesse in denselben energieintensiven Rechenzentren zu bündeln.
Rangverlust im Krypto-Olymp
Der massive Verkauf bleibt auf dem Markt nicht ohne Folgen. MARA rutscht in der Rangliste der größten börsennotierten Bitcoin-Halter auf den dritten Platz ab. Profiteur ist die neu gegründete Firma Twenty One Capital von Jack Mallers. Das Unternehmen zieht mit 43.514 Bitcoin an MARA vorbei.
Wie so viele Bitcoin-Miner bewegt sich auch MARA immer mehr in Richtung KI. Das verringert das bilanzielle Risiko und eröffnet dem Konzern neue Einnahmequellen abseits der starken Kursschwankungen am Kryptomarkt. Kein Bitcoin-Miner ist derzeit laufende Empfehlung des AKTIONÄR.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Bitcoin.
Heute, 14:15