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Kommentar von Lars Brandau: Lost in Allocation

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DER AKTIONÄR 24.09.2020, 10:35 DER AKTIONÄR
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Auch für Hebelprodukte gilt, dass nur wer das Produkt kennt und versteht, auch seine Chancen und Risiken richtig beurteilen und einschätzen kann. Denn zweifellos bietet der Markt beides. Der sogenannte Hebel (Leverage) bietet überproportionale Kurschancen, aber eben auch ebenso große Risiken. Ein Kommentar von Lars Brandau, Geschäftsführer Deutscher Derivate Verband.

Die Fülle und unterschiedlichen Typenbezeichnungen von Hebelprodukten mögen auf den ersten Blick etwas verwirren, aber sie alle eint die aus der Physik bekannte Hebelwirkung. So lassen sich mit relativ wenig Körperkraft auch große Lasten in Bewegung setzen. So verhält es sich auch bei Hebelprodukten. Mit geringem Kapitaleinsatz lassen sich im günstigen Fall hohe Gewinne erzielen. Umgekehrt sind aber auch sehr hohe Verluste möglich. Während beim Direktinvestment in eine Aktie mitunter ordentlich in die Tasche gegriffen werden muss, um attraktive Erträge zu erwirtschaften, genügt bei Hebelprodukten ein vergleichsweise kleiner Einsatz.
Zugegebenermaßen ist es für völlig unbeleckte Anleger nicht leicht, in die Welt der Hebelprodukte, also Optionsscheine und Knock-Outs, einzutauchen. Die Einstiegshürde ist hier nicht zu unterschätzen. Das hat jedoch alleine schon aufgrund der erhöhten Risiken auch seine Berechtigung.
Das alles entscheidende Kriterium für eine erfolgreiche Anlage in Hebelprodukte ist zunächst einmal die Marktmeinung. Und die muss sich der Selbstentscheider, der ohne vorherige Beratung investieren möchte, ohnehin eigenständig erarbeiten und aufgrund von Informationen bilden. Dem potenziellen Anleger muss klar sein, dass sich Hebelprodukte unterschiedlich gegenüber verschiedenen Faktoren, beispielsweise der Volatilität, verhalten. Nur wenn er den Einfluss dieser Faktoren versteht, ist der Anleger auch in der Lage, erfolgreich in Hebelprodukte zu investieren. Auch wenn die breite Öffentlichkeit immer wieder behauptet, dass es sich beim Handel mit Hebelprodukten um reine „Zockerei“ handelt, haben Hebelprodukte damit nichts zu tun. Es handelt sich vielmehr um eine erweiterte und ausgesprochen sinnhafte Form des Handelns im Rahmen der Portfolio-Ausgestaltung. Auch im privaten Depot können diese Produkte als wohldosierte Beimischung durchaus nutzenstiftend sein und die Rendite in der Gesamtschau verbessern. Neben der Funktion als Absicherungsinstrument zum Beispiel gegen fallende Kurse, besitzen Hebelprodukte noch eine weitere Eigenschaft. Sie können ihren Beitrag zu einer notwendigen breiten Streuung im Portfolio leisten. Diversifikation ist hier das Schlagwort und für viele Anleger fast schon ein Allheilmittel, um im Niedrigzinsumfeld überhaupt noch Renditen zu erwirtschaften.

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