Gold wurde im September billiger, und Chinas Notenbank griff so kräftig zu wie seit drei Jahren nicht mehr: Rund 23 Tonnen legte die People’s Bank of China in ihre Tresore, im 23. Monat in Folge. Zugleich führt das Land so viel Gold ein wie nie zuvor. Peking nutzt fallende Preise, statt sich zurückzuhalten – was dahintersteckt und wo die Kursmarken liegen.
Goldpreis: Warum kauft China so viel?
In den ersten acht Monaten führte China mehr als 1.000 Tonnen Gold ein, schon jetzt mehr als die 886 Tonnen im gesamten Jahr 2025. Dahinter stehen zwei Motive. Die Notenbank will weniger von US-Staatsanleihen abhängen; Chinas Bestand fiel im Juli auf 618 Milliarden Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit 18 Jahren. Seit der Westen im Jahr 2022 die russischen Reserven eingefroren hat, gilt Gold im eigenen Tresor als sicherer als Anleihen im Ausland. Die Sparer wiederum haben kaum Alternativen: Der Immobilienmarkt steckt seit Jahren in der Krise, Bankeinlagen und Anleihen werfen wenig ab.
Diese Käufe wirken wie ein Polster unter dem Preis. Notenbanken kaufen auf Jahre und achten wenig auf den Tageskurs. Deshalb hielt sich Gold zuletzt über den Tiefs des Sommers, obwohl die Renditen in den USA stiegen. Jedoch ist die private Nachfrage auch eine Art Krisenkauf. Fassen die Chinesen wieder Vertrauen in Immobilien und Aktien, kann sie schnell abebben.
Gold notiert aktuell bei 4.199 Dollar je Unze. Erste Hürde ist die 100-Tage-Linie bei 4.257 Dollar. Dahinter folgt die 50-Tage-Linie bei 4.338 Dollar. Die 200-Tage-Linie bei 4.530 Dollar ist weiter entfernt, der Kurs liegt rund sieben Prozent unter ihr. Unterstützung bietet die Zone um 4.000 Dollar, an der Gold im Sommer mehrfach drehte.
DER AKTIONÄR bleibt langfristig ganz klar positiv für Gold gestimmt. Größere Rücksetzer sollten Anleger zum Ausbau ihrer Positionen nutzen. Allerdings ist Geduld gefragt. Wer auf einen Korb mit führenden Gold- und Silberproduzenten setzen will, liegt mit dem Precious Metals Top 25 Index richtig. Alle Infos dazu finden Sie hier.
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