BASF lässt im Werben um Evonik nicht nach. Nach Informationen aus dem Umfeld des DAX-Konzerns könnte das erste Übernahmeangebot verbessert werden, sobald Gespräche mit dem Essener Spezialchemieunternehmen zustande kommen. „Man kann davon ausgehen, dass die aktuelle Offerte nicht das letzte Wort ist“, sagte eine mit dem Vorgang vertraute Person.
Ein weiterer Insider hält eine höhere Offerte für möglich. BASF wollte sich zu den Berichten nicht äußern; Evonik erklärte, es gebe weiterhin keine Verhandlungen.
Inzwischen beschäftigen sich mehrere Gremien mit dem Vorstoß. Das Kuratorium der RAG-Stiftung, Evoniks größter Anteilseigner, trat zu Beratungen zusammen. Auch ein Ausschuss des BASF-Aufsichtsrats befasst sich mit dem aktuellen Stand. BASF erwägt laut Insidern zudem Zusagen für die Beschäftigten, etwa zum Erhalt von Standorten. Damit gewinnt die politische Dimension der möglichen Fusion weiter an Gewicht: Im Zentrum stehen Arbeitsplätze und die Zukunft der industriellen Präsenz in der Region.
BASF und Evonik hatten im September bestätigt, dass es erste Sondierungen gibt. Ende des Monats soll Evonik ein erstes Angebot des größeren Wettbewerbers zurückgewiesen haben. Demnach bot BASF 22,15 Euro je Aktie. Einschließlich Schulden wäre Evonik damit mit ungefähr 14 Milliarden Euro bewertet worden – aus Sicht des Essener Konzerns offenbar zu wenig.
Eine zentrale Rolle spielt die RAG-Stiftung, die rund 43 Prozent an Evonik hält. Die Stiftung bestätigte, von BASF angesprochen worden zu sein, und erklärte, grundsätzlich auch ihren gesamten Anteil verkaufen zu können. Sie verwaltet ihr Vermögen, um die langfristigen Folgekosten des bereits beendeten Steinkohlebergbaus zu finanzieren.
Es bleibt dabei: Investierte Anleger lassen bei Evonik die Gewinne laufen und beachten den Stopp bei 13,00 Euro. Auch bei der Aktie von BASF kann man abgesichert mit einem Stoppkurs bei 39,00 Euro weiterhin an Bord bleiben.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: BASF.
Heute, 07:05
Bei Google bevorzugen