15.11.2019 Markus Bußler

Gold: Der 600-Millionen-Dollar-Schaden

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Gold
Trendthema

Der Goldpreis verzeichnete in der vergangenen Woche den höchsten Wochenverlust der letzten drei Jahre. Kein Wunder, dass die Bären mitten im November ihren Winterschlaf beendet haben und mit allerlei negativen Kommentaren den Goldpreis betreffend auf sich aufmerksam machen. Der Rückgang beim Goldpreis ging unter anderem mit einem Rückgang der Bestände des weltgrößten Gold-ETFs einher. Der SPDR Gold Shares verzeichnete Abflüsse von rund 600 Millionen Dollar.

Das klingt auf den ersten Blick natürlich immens. Immerhin ist der SPDR Gold Shares vor allem bei Institutionellen ein beliebtes Investmentvehicle, um in den Goldmarkt einzusteigen. Warum? Das hat sich in der vergangenen Woche gezeigt. Der GLD ist sehr liquide. Goldpositionen können so rasch und in Echtzeit über die Börse gehandelt werden. Zudem entfällt die aufwändige und auch teure Lagerung, die im Fall des Kaufs von physischem Gold nötig wäre. Mit anderen Worten: In der vergangenen Woche haben vor allem institutionelle Investoren ihren Anteil im Goldsektor zurückgefahren. So überraschend ist das nicht, immerhin handeln Institutionelle vor allem prozyklisch. Und da die Aussichten auf ein (vorläufiges) Ende im Handelsstreit zwischen den USA und China den Risikoappetit der Investoren größer werden ließ, wurden vermeintlich sichere Assets wie Gold verkauft.

Gold (ISIN: XC0009655157)

Doch sind Anleger wirklich aus Gold geflohen, wie manch einer unkt? Nun wirft man einmal einen Blick auf die Bestände des SPDR Gold Shares seit Beginn des Jahres, dann zeigt sich, dass in den ersten 10,5 Monaten die Bestände tatsächlich um rund 5,5 Milliarden Dollar gestiegen sind – und in dieser Zahl sind die 600 Millionen an Abflüssen aus der vergangenen Woche bereits eingerechnet. Aktuell sehen wir also vor allem eine kurzfristige Umschichtung aus Gold in Aktien - es ist zu früh, um zu mutmaßen, ob diese nachhaltig ist. Die Aktienindices sind eigentlich reif für eine Korrektur und eine solche kann rasch dazu führen, dass das Geld wieder zurück in Gold und damit in den GLD fließt. Der 600-Millionen-Dollar-Schaden kann so rasch wieder behoben werden.