29.07.2014 Stefan Sommer

DAX freundlich erwartet – Deutsche Bank und Linde mit Zahlen: Banco Espirito Santo, Dialog Semiconductor, Volkswagen im Fokus

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Linde
Trendthema

Der Erholungsversuch aus dem späten Handel dürfte sich am Dienstag im DAX fortsetzen: Der Broker IG taxierte den deutschen Leitindex am Morgen 0,18 Prozent höher auf 9.615 Punkte. Zum Wochenauftakt konnte der DAX Verluste von zeitweise mehr als einem Prozent letztlich noch halbieren. Nun besteht die Chance eines Fehlausbruchs, indem er die bisherige Unterstützung um 9.600 Punkte sofort zurückerobert. Unterstützung hierfür kommt von den Überseebörsen: An der Wall Street hatten sich die Indizes nach anfänglichen Verlusten noch ins Plus vorgearbeitet. Der Future auf den Dow Jones Industrial legte seit Xetra-Schluss um 0,23 Prozent zu. Auch in Japan und China tendierten Aktien freundlich, auch wenn IG-Marktstratege Chris Weston vor einer Überhitzung dieser Märkte warnt. Für die Anleger gilt es neben den Vorgaben zunächst die Zahlen der Deutschen Bank und von Linde zu verarbeiten. Am Nachmittag folgt dann das US-Verbrauchervertrauen.

Banco Espirito Santo: Jetzt wird es richtig wild

Neben der Pleiten innerhalb der Grupo Espirito Santo (GES), des größten Aktionärs und eines wichtigen Geschäftspartners, gibt es eine weitere Angelegenheit, welche die Banco Espirito Santo (BES) belastet: Problemkredite in Angola. Die Tochter BES Angola soll mit ausfallgefährdeten Krediten in Höhe von knapp drei Milliarden Euro zu kämpfen haben, in einigen Berichten ist sogar von einem Betrag von sieben Milliarden Euro die Rede.

Dialog Semiconductor: Morgen kommen Zahlen – das erwarten die Analysten

Der Chip-Entwickler Dialog Semiconductor wird am morgigen Mittwoch die Zahlen für das zweite Quartal 2014 präsentieren. Von Analystenseite wird von einem erfreulichen Zahlenwerk ausgegangen. Auch beim Ausblick dürfte es nichts zu mäkeln geben.

Deutsche Bank mit Zahlen: Gewinn unter den Erwartungen

Die Deutsche Bank hat am Dienstag kurz vor sieben Uhr die Zahlen vorgelegt. Der Nettogewinn im zweiten Quartal lag bei 237 Millionen Euro und damit unter den Erwartungen von 470 Millionen Euro. Immerhin: Der um 16 Prozent auf 917 Millionen Euro gestiegene Vorsteuergewinn lag ueber den Analystenschätzungen, die bei 702 Millionen Euro lagen. Die Konzernerträge sind dabei um vier Prozent im Vorjahresvergleich auf 7,9 Milliarden Euro gesunken. Gleichzeitig wurde die Kostenbasis um drei Prozent auf 5,7 Milliarden Euro gedrückt.

Volkswagen-Aktie kommt einfach nicht in Schwung

Trotz der Margenprobleme bei der Kernmarke, trotz der Absatzprobleme in den USA, trotz des neuen Sparprogramms, die Privatbank Berenberg weicht keinen Millimeter von ihrer Kaufempfehlung für die VW-Aktie ab. Eine genaue Betrachtung der Marke VW habe seine positive Einschätzung des Autokonzerns untermauert, so Analyst Adam Hull. Zwar seien die Margen bei der Marke VW eher niedrig, allerdings stiegen die Absatzpreise und die angestrebten Kostensenkungen sollten helfen. Die Aktien seien nach wie vor positiv bewertet. Hulls Kursziel lautet 240 Euro.

Dialog Semiconductor: Neues Ziel und neue Impulse

Die Aktie von Dialog Semiconductor erhält am Dienstag Rückenwind. Barclays hat das Papier wieder neu bewertet und ein overweight-Rating vergeben. Das Ziel beträgt 27 Euro. Auch die Zahlen des Wettbewerbers Austria Microsystems (AMS) stützen. Vorbörslich legt das Papier 1,8 Prozent zu. Das Halbleiterunternehmen AMS, mit dem Dialog kürzlich Gespräche über eine "Fusion unter Gleichen" abgebrochen hatte, hatte am Vorabend Quartalszahlen vorgelegt.

(Mit Material von dpa-AFX)