Kommt jetzt der Crash? Im Zweifel: Kaufen
22.07.2019 Fabian Strebin

Was tun bei der Commerzbank?

-%
Commerzbank

Zuletzt ist es ruhig geworden um die Commerzbank. Die Übernahmehoffnungen durch ausländische Konkurrenten haben sich bisher nicht bewahrheitet, die Fusion mit der Deutschen Bank ist geplatzt. Nun versucht CEO Martin Zielke die Bank eigenständig weiterzuführen. Wie gut ihm das gelingt, werden die Zahlen zum zweiten Quartal am 7. August zeigen.

Unterdessen haben sich mehrere Analysten zu Wort gemeldet. Johannes Thormann von der britischen Investmentbank HSBC hat sein Kursziel von zehn auf neun Euro gesenkt. Seine Einstufung bleibt aber auf „Buy“.  Angesichts des gesamtwirtschaftlichen Gegenwindes im Heimatland dürfte die Bank mäßig abgeschnitten haben. Er reduzierte seine Prognosen für den Gewinn je Aktie und berücksichtigte dabei höhere Risikokosten sowie geringere Erträge.

Kursziel sinkt

Ebenfalls gesenkt hat die Deutsche Bank ihr Kursziel. Statt acht Euro beträgt es jetzt nur noch sieben Euro. Analyst Benjamin Goy hat seine Einstufung auf „Hold“ belassen. Er rechnet mit keinen großen Überraschungen bei der Zahlenvorlage. Kapitalseitig habe sich die Bank zuletzt mehr Spielraum verschafft, was die Flexibilität bei der Restrukturierung, mit Blick auf eventuell steigende Kreditausfälle sowie regulatorischen Gegenwind erhöht habe.


Commerzbank (WKN: CBK100)

DER AKTIONÄR rät Anlegern bis zur Bekanntgabe der Strategieänderung im September abzuwarten. Erst dann lässt sich einschätzen, wo die Reise hingeht.

Buchtipp: Die Geschichten des Geldes

Spekulationsblase am Neuen Markt, Bankenkrise 2008 und griechische Schuldenkrise – lauter Themen, die die Finanzmärkte bewegten und bewegen. Doch wer einen Schritt zurücktritt und das große Bild sieht, bemerkt: So neu ist das alles gar nicht! Die Geschichte gibt wertvolle Hinweise zum Verständnis der Gegenwart. Dass sich Geschichte wiederholt, zeigen die beiden Autoren anhand vieler Geschichten des Geldes. Infl ation, Deflation, Abwertung, irrationalen Überschwang, Bankenpleiten und -rettungen gab es immer schon: im Spanien des 16. Jahrhunderts, im Großbritannien des 17. Jahrhunderts, im Frankreich des 18. Jahrhunderts und in den USA des 19. Jahrhunderts. Lehr- und anekdotenreich vermitteln die Autoren gewissermaßen nebenbei ein tiefes Verständnis für die Ursprünge des Finanzsystems – und damit auch für seine aktuellen Kapriolen. So zeigt sich: Der Weg von der Kaurischnecke zur Kreditklemme ist nicht weit.
Die Geschichten des Geldes

Autoren: Vaupel, Michael Kaul, Vivek
Seitenanzahl: 240
Erscheinungstermin: 15.04.2016
Format: Hardcover
ISBN: 978-3-86470-327-0