Die Aktie des Spezialverpackungsherstellers Gerresheimer übernimmt am Dienstag die rote Laterne im SDAX. Mit einem Minus von rund fünf Prozent reagiert das Papier auf einen weiteren negativen Analystenkommentar, dieses Mal von der Schweizer Großbank UBS. Bereits am Montag stand der deutsche Nebenwert wegen schwacher Daten von Novo Nordisk unter Druck.
Die UBS hat der Aktie von Gerresheimer am Dienstag ein Downgrade verpasst. Analyst Olivier Calvet stufte das Papier von "Neutral" auf "Sell" ab, zeitgleich wurde das Kursziel massiv von 29,00 Euro auf lediglich 12,90 Euro zusammengestrichen.
Calvet nahm in seinem Research-Update den Wert der US-Tochter Centor und des internationalen Glasgeschäfts (Moulded Glass) unter die Lupe, die Gerresheimer zum Verkauf stellt. Seiner Meinung nach gebe es eine Menge möglicher Szenarien in der Bemühung, Schulden abzubauen. Der UBS-Analyst rechnet allerdings eher mit einer Enttäuschung, einhergehend mit höheren Risiken und langsamerem Wachstum. Calvet kappte in seinem aktualisierten Bewertungsmodell sowohl seine kurz- als auch mittelfristigen Schätzungen.
Die finanzielle Lage bei Gerresheimer ist angespannt: Per Ende des dritten Quartals 2025 (bis Ende August) saßen die Düsseldorfer auf einer Nettoverschuldung in Höhe von 1,93 Milliarden Euro. Dem gegenüber standen Cashreserven von gerade einmal 146 Millionen Euro.
Novo Nordisk sorgt für weiteren Dämpfer
Bereits zu Wochenbeginn stand die Gerresheimer-Aktie unter Druck. Schwache Daten zur Abnehmspritze CagriSema aus dem Hause Novo Nordisk haben dem Papier zugesetzt. Hintergrund: Gerresheimer fertigt die notwendigen Autoinjektoren, um die beliebten Appetitzügler zu injizieren. CagriSema wird im Falle einer Marktzulassung per Doppelkammer-System verabreicht – diese Produkte haben die Düsseldorfer unter anderem im Portfolio.
Die charttechnische Erholung der Gerresheimer-Aktie über die Marke von 20,00 Euro war nur von kurzer Dauer. Anleger sollten weiterhin nicht ins fallende Messer greifen und die weiteren Entwicklungen bei Gerresheimer von der Seitenlinie aus verfolgen.
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Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Novo Nordisk.
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Novo Nordisk.
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Heute, 09:40