Der Hoffnung zu Anfang der Woche, eine dauerhafte Waffenruhe im Nahen Osten, ist an der Börse eine gewisse Ernüchterung gewichen. Die Aktie der Commerzbank notiert dennoch weiterhin auf hohem Niveau und hat laut Konsens noch mehr Potenzial. Das ergibt sich auch aus dem aktuellen Chartbild, die Bewertung ist indes nicht mehr moderat.
Die Straße von Hormus ist nach wie vor nicht frei befahrbar, der Waffenstillstand scheinbar brüchig. Nun soll es Gespräche in Pakistan zwischen den Konfliktparteien geben. In Deutschland bleibt der Markt heute in Abwartehaltung. Die Euphorie zum Wochenbeginn hat indes bei der Commerzbank-Aktie zu einem Kaufsignal geführt, als die 50-Tage-Linie bei 32,93 Euro geknackt wurde. In Folge dessen fiel auch der GD100 bei 33,73 Euro.
Die nächste Hürde liegt nun auf Höhe des horizontalen Widerstandes bei rund 36,20 Euro. Wird diese Marke erreicht, dann hätte die Notierung damit auch die Kurslücke zwischen 34,87/35,83 Euro geschlossen. Vom aktuellen Niveau aus gesehen besteht also nochmals kurzfristig aufgrund der Chartsituation weiteres Potenzial nach oben.
Davon gehen in Summe auch die Analysten aus, die bei Bloomberg erfasst sind. Bei aktuell 19 Experten rät die Mehrheit von zehn Anlegern, bei der Commerzbank an Bord zu bleiben. Bullish gestimmt sind acht der Analysten und es gibt derzeit nur einen Bären. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 37,86 Euro und damit über dem angesprochenen Gap im Chart. Vom aktuellen Kurs aus besteht ein Potenzial von rund zwölf Prozent.
Die Commerzbank-Papiere sind durch den jüngsten Kurssprung von der Bewertung her beim KGV wieder etwas teurer als die Peergroup. Liegt diese in Europa für das laufende Jahr bei 10, so müssen Anleger bei der Commerzbank das Elffache des Jahresgewinns auf den Tisch legen. Aufgrund des kommenden freiwilligen Übernahmeangebots der Unicredit und der Hoffnung auf eine Komplettübernahme ist die Prämie aber gerechtfertigt.
In dieser Woche hat sich das Chartbild deutlich ins Positive gedreht mit Potenzial für einen fortgesetzten Kursanstieg. Dabei wird es nicht nur von der Nachfrage nach dem Unicredit-Angebot kommenden Monat abhängen, sondern kurzfristig von der Entwicklung in der Straße von Hormus. Die Aktie ist eine laufende Empfehlung, Investierte halten sie weiterhin.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Commerzbank.
Heute, 10:11