Swatch hat es wieder getan: Nach dem Hype um die „MoonSwatch“ sorgt nun ein neues Uhrenmodell weltweit für Ausnahmezustände vor den Stores. Die Kooperation mit Audemars Piguet zieht Kunden in Scharen an, die sich mit der „Royal Pop“ für nur 400 Euro ein Stück Luxus sichern wollen.
Der Hype kommt nicht von ungefähr. Audemars Piguet gehört zu den exklusivsten und prestigeträchtigsten Uhrenmarken der Welt. Vor allem die legendäre „Royal Oak“, die seit 1972 gebaut wird, genießt Kultstatus und kostet regulär etwa ab 30.000 Euro.
Gerade deshalb schlug die Zusammenarbeit mit Swatch so hohe Wellen. Anders als Omega oder Blancpain gehört Audemars Piguet nicht zu Swatch, sondern befindet sich bis heute im Besitz der Gründerfamilien. Dass sich eine derart unabhängige Luxusmanufaktur auf eine Kooperation mit Swatch einlässt, galt in der Uhrenwelt als echte Überraschung. Schon kurz nach der Ankündigung war klar, dass die Kollektion ein riesiger Erfolg werden würde.
Teilweise campierten Fans tagelang vor den Geschäften. Die Warteschlangen vor den Boutiquen sollen mehrere hundert Meter lang gewesen sein. In Städten wie Mailand, Paris und Chicago eskalierte die Situation schließlich: Menschen drängten gegen Absperrungen, stürmten Stores oder hämmerten gegen die Eingangstüren. Schon die „MoonSwatch“, die Swatch 2022 gemeinsam mit Omega auf den Markt brachte, hatte weltweit einen regelrechten Ausnahmezustand ausgelöst.
Was kann die „Royal Pop“?
Für rund 400 Euro bekommen Käufer mit der „Royal Pop“ nun einen vergleichsweise günstigen Zugang zur Welt von Audemars Piguet. Hinzu kommt: Die Uhr ist deutlich hochwertiger verarbeitet, als viele zunächst erwartet hatten. Statt eines simplen Plastikgehäuses setzt Swatch auf Keramik, im Inneren arbeitet ein neues mechanisches Handaufzugswerk mit 90 Stunden Gangreserve. Auch die achteckige Lünette und das strukturierte Zifferblatt greifen bewusst die typischen Designcodes der berühmten Royal Oak auf. Für viele Sammler wirkt die Uhr deshalb nicht wie ein billiger Abklatsch, sondern wie eine überraschend ernst gemeinte Hommage.
Der enorme Hype befeuert inzwischen auch den Zweitmarkt. Während Swatch die Uhr für rund 400 Dollar verkauft, werden einzelne Modelle online bereits für mehrere tausend Euro gehandelt. Auf Plattformen wie Chrono24 oder eBay tauchten kurz nach dem Launch Angebote von bis zu 6.500 Dollar auf, komplette Sets wurden für fast 28.000 Dollar angeboten.
Für Swatch ist es ein riesiger PR-Erfolg, der künstliche Verknappung erzeugt. Der Konzern kämpft seit Monaten mit schwächeren Umsätzen und Problemen im China-Geschäft. Die Aktie ist derzeit aber keine laufende Empfehlung des AKTIONÄR. Die Lage im Uhren- und Luxusmarkt bleibt volatil.
20.05.2026, 13:35