BYD meldete für das erste Quartal 2026 einen Gewinnrückgang um 55,4 Prozent auf umgerechnet rund 509 Millionen Euro. Der Umsatz fiel um 11,8 Prozent auf 150,2 Mrd. Yuan. zurück. Die Rabattschlacht in China hält an, die Aktie steht unter Druck.
Die harte Konkurrenz von Anbietern wie Geely und Xiaomi sorgt in der Volksrepublik für weiter sinkende Verkaufspreise, BYD muss mehr und mehr Rabatte einräumen. Zudem rutscht der Absatz von Elektroautos in China derzeit ab, weil die Regierung die Förderung zusammengestrichen hat.
Preiskampf in China eskaliert weiter
Bloomberg berichtet, dass BYD die durchschnittlichen Rabatte im März auf 10 % erhöhte, den höchsten Wert seit zwei Jahren. Auch Wettbewerber wie Geely und Chery legten bei Rabatten zu. Dadurch kehren die Sorgen der Investoren zurück: Die hohen Rabatte drücken unmittelbar auf die Margen und das Anlegervertrauen.
Margendruck durch Kosten und Technologie-Investitionen
BYD selbst hatte den heimischen Preiskampf als Hauptgrund für den Druck auf die Gewinne 2025 genannt. Zusätzlich belasten aktuell höhere Hardware-sowie Lieferkettenkosten, etwa bei Assistenzsystemen.
Chinas Inlandsmarkt ist das Problem, Ausland ist der Lichtblick
BYD erzielte im Ausland im Q1 2026 laut CnEVPost 321.165 NEV-Verkäufe, ein Plus von 55,8 Prozent. Das hilft, reicht aber kurzfristig nicht, um die Margen- und Nachfrageprobleme im Heimatmarkt komplett zu überdecken.
Analysten bleiben zuversichtlich
Dennoch nannte JPMorgan zuletzt drei positive Überraschungen: stärkere Inlandsabsatzprognose von BYD, Potenzial bei Auslandsverkäufen und Gewinnsteigerung durch neue Modelle.
Auch Morgan Stanley blieb zuletzt optimistisch, warnt aber vor sinkenden Margen durch Rohstoffkosten sowie Investitionen in intelligentes Fahren und Ultraschnellladen.
Analyst Xiao Feng von CLSA, einem Research-Unternehmen mit Sitz in Hongkong von bekräftigte in seinem BYD-Update sein Kursziel von 130 Hongkong-Dollar (14,30 Euro). Der Auto-analyst sieht BYDs Technologieführerschaft, insbesondere Schnellladetechnik und Skalenvorteile, als Weg, Marktanteile zurückzugewinnen und Exportmargen zu verbessern.
Charttechnisch befindet sich die Aktie von BYD in einer angespannten Ausgangslage. "Seit dem 6. Mai 2026 notiert das Papier nach mehreren erfolglosen Versuchen nachhaltig unterhalb der wichtigen 200-Tage-Linie und hat damit ein kurzfristiges Verkaufssignal generiert. Auffällig ist dabei, dass Erholungsbewegungen zuletzt immer wieder relativ schnell abverkauft wurden, was auf eine weiterhin zurückhaltende Marktstimmung schließen lässt. Im Fokus der Marktteilnehmer steht nun die Unterstützung im Bereich von rund 91 Hongkong-Dollar. Diese Marke könnte aus charttechnischer Sicht zunächst als potenzielle Auffangzone fungieren und damit kurzfristig für Stabilisierung sorgen. Die aktuelle Indikatorenlage spricht allerdings dafür, dass diese Unterstützung zunächst nochmals getestet werden dürfte", sagt Charttechnik-Spezialist Martin Utschneider von RoboMarkets Deutschland.
Chinas Automarkt bleibt schwierig zu kalkulieren. Die Verkäufe gingen im Monat April im Jahresvergleich um 21,5 Prozent auf 1,4 Millionen zurück, wie der Branchenverband PCA (China Passenger Car Association) in Peking mitteilte. Das waren die niedrigsten Verkäufe in einem April seit 2022, als Covid-Lockdowns den Markt belasteten.
BYD versucht den harten Wettbewerb inklusive Margendruck in China mit einem zunehmenden Absatz im Ausland wettzumachen. Die Exporte haben sich 2025 auf rund eine Million Autos verdoppelt. BYD selbst hat das Ziel für 2026 für die außerhalb Chinas verkauften Fahrzeuge vor kurzem von 1,3 auf 1,5 Millionen Einheiten nach oben korrigiert. DER AKTIONÄR bleibt langfristig bei seiner positiven Einschätzung für die Aktie. Aus technischer Sicht muss allerdings der Support bei 91 Hongkong-Dollar halten. Für eine nachhaltige Stabilisierung müsste das Papier die 200-Tage-Linie zurückerobern.
Heute, 14:35