Der in Guangzhou ansässige Elektroautohersteller Xpeng möchte seine Auslandsaktivitäten deutlich ausbauen. Bis 2026 will Xpeng seine internationalen Verkäufe sogar verdoppeln. Damit tritt der Hersteller verstärkt gegen heimische Rivalen wie BYD und Leapmotor an. Die Deutsche Bank empfiehlt die Aktie von Xpeng zum Kauf.
Vom Elektroauto-Hersteller zum Mobilitätsdienstleister: Xpeng ist und bleibt eine der heißesten Wetten im E-Mobility- und Robotaxi-Sektor. Geht es nach den Analysten der Deutschen Bank, so hat die Aktie von Xpeng deutlich Luft nach oben. Der letzte Rücksetzer vom Hoch am 12. November 2025 bei 110,80 Hongkong-Dollar bis zuletzt 63,00 Hongkong-Dollar hat im Chart deutliche Spuren hinterlassen. Auf dem aktuellen Niveau scheint sich jedoch ein Bodenbildung abzuzeichnen. Problem für Xpeng waren die zuletzt deutlich unter den Erwartungen gebliebenen Auslieferungen für den Monat Januar. In Summe waren es nur 20.011 Fahrzeuge. 34 Prozent weniger im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Hauptgründe waren politische Gegenwinde, vorgezogene Nachfrage Ende 2025, um der neuen Steuer vorzugreifen, was sich negativ auswirkte. Hinzu kam ein steigender Kostendruck durch Speicherpreise, was die Margen belastete. Neue und überarbeitete Modelle (P7+, G6, G7, G9) konnten die Nachfrage nur zum Teil stützen.
Margendruck durch Speicherpreise
Als Problem für Xpeng erwiesen sich auch die Preise für DRAM- und NAND-Speicher, die in die Höhe geschossen sind. Diese Entwicklung wurde getrieben durch starke Nachfrage aus KI-Rechenzentren. Speicher sind zentral für moderne E-Autos (Cockpit, ADAS, autonomes Fahren).
Die Mehrkosten pro Fahrzeug lagen zum Beispiel im ersten Quartal 2026 bei rund 220 Dollar im Vergleich zum Durchschnitt im Jahr 2025.
Anleger blicken nach vorne: Xpeng plant vier neue SUV-Modelle, plus neue Range Extender-Modelle. Eine eigene Robotaxi-Flotte ist ebenfalls geplant, was Upside-Potenzial verspricht. Hinzu kommt die Entwicklung des Humanoiden Roboters „Iron“. Hier ist Xpeng im Vergleich zu den Wettbewerbern wie Tesla oder UBTech weit vorne.
Die neue Produktpipeline von XPeng für dieses Jahr sowie die geplanten Marketing- und Verkaufsaktionen dürften dem Hersteller helfen, die schwieriger werdenden Marktbedingungen in der chinesischen Autoindustrie abzufedern, schrieben die Analysten von Nomura in einer Research-Note. Darüber hinaus plane das Unternehmen für das erste Quartal mehrere Verkaufsanreize, darunter Preisnachlässe, um den schrittweisen Anstieg der chinesischen Kaufsteuer auf Elektrofahrzeuge im Einstiegssegment zu kompensieren. Dies dürfte laut Nomura die Auftragseingänge von XPeng im ersten Quartal beleben.
Positiv äußerte sich auch Bin Wang von der Deutschen Bank. „Die aggressive Produktstrategie sollte das Gesamtverkaufsvolumen von XPeng im Jahr 2026 steigern“ so der Analyst. Wang sieht für die Aktie Potenzial bis 90 Hongkong-Dollar (9,70 Euro).
Der Roll-out neuer Modelle sollte das Verkaufsvolumen 2026 weiter hochhalten. Auf technologischer Seite bietet der Konzern neben den Elektroautos mit der eigenen Entwicklung von KI-Chips und Robotern eine spannende Investmentstory. Für zusätzliche Fantasie sorgt eine mögliche eigene Robotaxi-Flotte. Ein neues Kaufsignal signalisiert die Aktie erst mit dem Break der 50-Tage-Linie bei 76,00 Hongkong-Dollar (8,15 Euro).
Heute, 15:50