Bei Vonovia rückt der nächste wichtige Termin näher. In genau einer Woche, am Donnerstag, den 7. Mai, legt Deutschlands größter Wohnungskonzern seine Zahlen für das erste Quartal vor. Der Bericht dürfte besonders aufmerksam verfolgt werden. Schließlich sucht die Aktie der Bochumer gerade ihre Richtung.
Analysten erwarten, dass Vonovia im ersten Quartal 2026 Bruttomieteinnahmen von rund 870 Millionen Euro erzielt hat. Das entspräche einem Plus von etwa vier Prozent gegenüber dem Vorquartal. Treiber bleiben steigende Mieten, die in den großen deutschen Städten weiter um rund vier Prozent pro Jahr zulegen.
Auch beim operativen Ergebnis zeichnet sich ein Anstieg ab. Das bereinigte EBITDA dürfte gegenüber dem vierten Quartal um rund fünf Prozent gestiegen sein. Neben den höheren Mieteinnahmen sollte dazu auch eine Belebung in den nicht mietbezogenen Geschäftsbereichen beigetragen haben.
Damit würde Vonovia operativ weiter solide liefern. Allerdings bleibt der entscheidende Belastungsfaktor bestehen: die Zinsen. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen ist zuletzt auf 3,1 Prozent gestiegen, nachdem sie Ende Februar noch bei 2,6 Prozent gelegen hatte.
Das begrenzt den Spielraum für steigende Immobilienbewertungen. Zwar zeigen Daten von CBRE, dass die Renditen für deutsche Wohnimmobilien seit 2023 weitgehend stabil geblieben sind. Ein spürbarer Bewertungsschub dürfte bei weiter hohen Kapitalmarktzinsen aber schwer werden.
Hinzu kommt: Die Nachfrage am Mietmarkt hat sich laut ImmoScout gegenüber dem ersten Quartal abgeschwächt. Sie liegt aber weiterhin klar über dem Niveau von vor fünf Jahren. Für Vonovia ist das grundsätzlich positiv. Der Konzern profitiert von einem strukturell angespannten Wohnungsmarkt, steigenden Mieten und hoher Auslastung.
Unterm Strich werden die Quartalszahlen für Anleger vor allem aus zwei Blickwinkeln wichtig. Erstens: Kann Vonovia das operative Wachstum bestätigen? Zweitens: Gibt das Management Hinweise auf die Neubewertung des Portfolios im ersten Halbjahr? Gerade dieser Punkt könnte entscheidend werden, weil höhere Anleiherenditen mögliche Wertsteigerungen bei den Immobilien begrenzen.
Charttechnisch bleibt die Lage ebenfalls spannend. Die Aktie hatte zuletzt die Zone um 24,00 Euro angelaufen, konnte den Ausbruch aber nicht nachhaltig bestätigen und drehte anschließend wieder nach unten. Aktuell notiert Vonovia unter 23,00 Euro. Damit steht der große Befreiungsschlag weiter aus.
Die kommenden Zahlen könnten zeigen, dass Vonovia operativ besser dasteht, als es der Aktienkurs vermuten lässt. Steigende Mieten und ein mögliches EBITDA-Plus sprechen für den Konzern. Der Knackpunkt bleibt aber das Zinsumfeld. Für Anleger bleibt die Aktie vor den Zahlen auf der Watchlist. Ein Einstieg drängt sich bis dahin aber nicht auf.
Heute, 14:53