Investieren wie Peter Lynch - So geht's
27.11.2020 Michael Schröder

Varta: Was denn nun - hoch oder unter?

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Varta

Varta wird dank des Booms für kabellose Kopfhörer weiter deutlich Umsatz- und Ergebniszuwächse verzeichnen. Dennoch sind sich die Analysten uneins, was die zukünftige Kursentwicklung angeht. Zudem greifen auch immer wieder die viel zitierten Leerverkäufer bei der Aktie des Batterieherstellers ein. Immerhin: Eine wichtige charttechnische Unterstützung hat sich erneut als stabil erwiesen.

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Die Varta-Aktie zeigt sich derzeit von ihrer gewohnt volatilen Seite. Seit Ende Oktober hat der Wert innerhalb von zwei Wochen um rund 25 Prozent zugelegt. Nachdem der Batteriehersteller Mitte des Monats die Zahlen zum dritten Quartal präsentierte, hat das Papier wieder stark zurückgesetzt und die vorherigen Kursgewinne nahezu komplett verloren. Am Ende konnte die charttechnische Unterstützung bei 100 Euro aber erfolgreich verteidigt. Im Anschluss haben sich die Bullen zurückgemeldet.

Die Nachfrage beim Batteriehersteller ist ungebrochen. „Alle unsere Segmente haben zum Erfolg der ersten neun Monate dieses Jahres beigetragen. Wir freuen uns sehr darüber, denn es zeigt, dass unsere Strategie erfolgreich ist“, so Vorstand Herbert Schein gegenüber dem AKTIONÄR. „Wir verzeichnen weiterhin ein massives Wachstum bei unseren kleinen Lithium-Ionen-Batterien, die vor allem in Premium True Wireless Stereo Headsets (TWS) zum Einsatz kommen. Aber auch das Consumer-Geschäft ist stärker als erwartet gewachsen, weil unser Ansatz, uns auf das Markengeschäft zu fokussieren, richtig ist. Es zeigt sich, dass ein gemeinsamer Auftritt als starke Marke Erfolg bringt“, so der Firmenlenker weiter.

Die Analysten von Stifel Europe (ehemals Mainfirst) haben die Aktie dennoch von "Buy" auf "Sell" abgestuft und das Kursziel von 145 auf 97 Euro gesenkt. Analyst Florian Pfeilschifter verwies auf Anzeichen für steigenden Konkurrenzdruck aus Asien und zuletzt unstimmig gewordene Aussagen zum Ausblick und den Endmärkten.

Zu den Optimisten gehört weiterhin die Privatbank Berenberg („Buy“) mit einem Kursziel von 145 Euro. Umsatz und operatives Ergebnis (EBITDA) hätten die Konsensschätzungen im Q3 deutlich übertrumpft, so Analystin Charlotte Friedrichs. Die neuen Ziele für 2020 wie auch die ersten Signale für 2021 hält sie für konservativ.

Varta (WKN: A0TGJ5)

DER AKTIONÄR hält an seiner optimistischen Einschätzung fest. Investierte Anleger bleiben vorerst dabei, sollten sich aber auf eine gewohnt volatile Kursentwicklung einstellen. Bleiben die Bullen am Drücker, sollte zunächst das Verlaufshoch von Anfang November bei 125,10 Euro wieder ins Visier genommen werden. Fällt die Aktie weiter zurück, muss sich die 100-Euro-Marke erneut als stabile Unterstützung erweisen.