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Umsturz in Venezuela: Trump öffnet Tür für US-Ölkonzerne

Umsturz in Venezuela: Trump öffnet Tür für US-Ölkonzerne
Foto: Shutterstock AI/Shutterstock
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Jan-Paul Fóri 03.01.2026, 19:55 Jan-Paul Fóri

Der überraschende Sturz von Venezuelas Machthaber Nicolás Maduro verändert die Machtverhältnisse in Südamerika – und wird den globalen Ölmarkt kräftig aufmischen. US-Präsident Donald Trump kündigte an, dass US-Konzerne in den kommenden Monaten Milliardenbeträge in den Wiederaufbau des venezolanischen Ölsektors investieren werden.

„Unsere großen US-Ölunternehmen werden dort hingehen, Milliarden ausgeben und die marode Infrastruktur reparieren“, sagte Trump bei einer Pressekonferenz in Mar-a-Lago. Das Ziel: Venezuelas Ölförderung wieder auf Kurs bringen – und zugleich neue Einnahmequellen für die Vereinigten Staaten erschließen.

Der Umsturz kam offenbar nach einer groß angelegten US-Operation in der Nacht zustande. Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores wurden laut Angaben aus Washington gefasst und in die USA überstellt. Dort droht ihnen ein Prozess wegen mutmaßlicher Drogengeschäfte. Übergangsweise soll Venezuela nun von einer US-geführten Übergangsgruppe verwaltet werden – bis ein „sicherer und gerechter Übergang“ möglich sei, so Trump.

Öl-Giganten wittern die große Chance

Venezuela verfügt über die größten bestätigten Ölreserven der Welt, war einst einer der bedeutendsten OPEC-Produzenten und exportierte in den 1990er Jahren bis zu 3,5 Millionen Barrel pro Tag. Heute liegt die Förderung infolge jahrzehntelanger Misswirtschaft und Sanktionen nur noch bei rund 800.000 Barrel pro Tag.

Für US-Konzerne wie ExxonMobil, Chevron oder ConocoPhillips ist der Neustart eine historische Gelegenheit: Das Land hatte die Branche 1976 verstaatlicht und damit die westlichen Energieriesen aus dem Geschäft gedrängt. Nun scheinen die Türen wieder weit offen. Laut Trump sollen die Ölunternehmen direkt für den Wiederaufbau zahlen, aber später entschädigt werden. Gleichzeitig lockt der Zugriff auf gigantische Ölvorkommen, die bislang vor allem China und Russland als geopolitisches Druckmittel dienten.

ConocoPhillips (WKN: 575302)

Für die großen amerikanischen Ölfirmen könnte der Schritt ein Milliardensegen werden – sowohl durch langfristige Förderrechte als auch durch den Einfluss auf den globalen Ölpreis. Ein sich öffnendes Venezuela würde das weltweite Angebot erhöhen und den Preisdruck kurzfristig senken. Langfristig jedoch könnten niedrigere Produktionskosten und neue Exportmöglichkeiten die Margen und Marktmacht der US-Unternehmen stärken.

Die Rückkehr der USA in den venezolanischen Ölsektor markiert eine geopolitische Zäsur – und ein potenzielles Comeback für ExxonMobil, Chevron und Co, nachdem die Ölaktien im vergangenen Jahr zu den Underperformern zählten. Sollte Trump seine Pläne umsetzen, bahnt sich ein neues Kapitel der sprudelnden Gewinne bei den Ölkonzernen an. Als Top-Gewinner dürfte die Aktionär-Empfehlung Chevron draus hervorgehen.  

Den US-Ölkrieg gegen Venezuela hatte Börsenexperte André Fischer bereits Anfang November ausführlich beleuchtet. Welche Ölaktien nun zu den Gewinnern des Umsturzes gehören dürften, erfahren Sie im Aktienreport „Topsecret: Michael Burry: Öl: 500 Dollar“. 

Aktien-Report
Quelle: Börsenmedien AG

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