Das Marktumfeld bleibt schwierig für TUI. "Unsere Zahlen und der gesamte Markt zeigen den Trend hin zu einem starken kurzfristigen Buchungsverhalten und insbesondere in die westlichen Mittelmeerländer", teilte der Konzern mit seinen Quartalszahlen mit. Knapp die Hälfte der Verbraucher, die im Sommer verreisen wollten, hätten noch nicht gebucht.
TUI-Chef Sebastian Ebel hofft auf höhere Durchschnittspreise. Bei den eigenen Hotels und Kreuzfahrtschiffen zeichnen sich höhere Preise bereits ab. Nachdem Ebel seine Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr 2025/26 schon im April ausgesetzt hatte, traut er sich auch jetzt keine Vorhersage zu. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn (bereinigtes Ebit) soll weiterhin 1,1 bis 1,4 Milliarden Euro erreichen und damit möglichst nahe an das Vorjahresniveau von 1,4 Milliarden herankommen. Die ursprünglich angepeilte Steigerung ist längst vom Tisch.
Im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2025/26 (30. September) blieb der Umsatz des Unternehmens aus Hannover mit 8,56 Milliarden Euro knapp unter dem Vorjahresniveau. Bemerkenswert war unter anderem diese Zahl: Obwohl der Iran-Krieg das Ergebnis mit 40 Millionen Euro belastete, verringerte sich der saisontypische bereinigte operative Verlust um etwas mehr als ein Viertel auf rund 116 Millionen Euro. Unter dem Strich entfiel auf die TUI-Aktionäre ein Fehlbetrag von rund 325 Millionen Euro, eine Verbesserung um 17 Prozent.
Es bleibt dabei: Der Reiseriese TUI ist strategisch clever und breit aufgestellt. Man ist in der Lage, auch schwere Krisen zu bewältigen. Zudem verfügt TUI nach den sehr schwierigen Corona-Jahren mittlerweile wieder über eine solide Bilanz. Vor diesem Hintergrund ist die aktuelle Bewertung mit einem KGV von gerade einmal 5 einfach zu günstig. Mutige können daher auf eine nachhaltige Erholung setzen. Der Stopp sollte bei 5,90 Euro belassen werden.
Enthält Material von dpa-AFX
Heute, 07:58