++ Dip als Kaufchance ++

Trump verkündet Deal im Nahost‑Konflikt: Börsen drehen auf

Trump verkündet Deal im Nahost‑Konflikt: Börsen drehen auf
Foto: Alex Brandon/Pool/Reuters
DJ Industrial Average -%
Jan-Paul Fóri Heute, 06:00 Jan-Paul Fóri

Der Nahost-Konflikt hat die Märkte zuletzt belastet – jetzt sorgt ein möglicher Durchbruch für Erleichterung. US-Präsident Donald Trump hatte am Sonntagabend verkündet, dass ein Abkommen mit dem Iran „vollständig“ sei. Die Börsen reagieren prompt: Ölpreise geben nach, Aktien-Futures ziehen deutlich an. Doch ist der Krieg nun wirklich vorbei?

• Ölpreise unter Druck: Brent und WTI gaben deutlich nach.
• Anleger schalten in den Risk-on-Modus
• Starke Kursgewinne in Asien und bei den US-Futures.

Die geopolitische Risikoprämie, die zuletzt wie ein Bremsklotz auf den Märkten lag, könnte damit zumindest vorerst zurückgehen. Im Mittelpunkt steht dabei die Straße von Hormus – eine der wichtigsten Lebensadern des globalen Ölhandels. Eine Wiederöffnung der Passage würde den Druck auf die Energiepreise spürbar reduzieren und könnte den Inflationssorgen vieler Anleger entgegenwirken.

Nach der geplanten Unterzeichnung des Abkommens am 19. Juni soll die wichtige Handelsroute wieder für den internationalen Schiffsverkehr freigegeben werden. Ob die Vereinbarung jedoch tatsächlich Bestand hat, bleibt abzuwarten. Bis dahin dürfte die Straße von Hormus ein entscheidender Faktor für die Märkte bleiben.

Mehr Insights mit DER AKTIONÄR TV

Mehr Hintergründe zur Bedeutung der Straße von Hormus für den globalen Öltransport und die Auswirkungen auf die Börsen erhalten Anleger im AKTIONÄR-TV-Video „Krisenherd Nahost: Folgen für Ölpreis und Lieferketten“ mit Moderatorin Nadine Hofmann und Dr. Martin Kröger, Hauptgeschäftsführer des Verbands Deutscher Reeder.

Deal mit Fragezeichen

So groß die Euphorie auch ist – der Weg zu einer dauerhaften Lösung ist noch weit.

Während Trump von einem historischen Erfolg spricht, klingt es aus Teheran deutlich zurückhaltender. Dort ist eher von einem „Memorandum of Understanding“ die Rede. Die offizielle Unterzeichnung soll am Freitag in der Schweiz erfolgen, anschließend beginnt eine 60-tägige Verhandlungsphase.

Auch die entscheidenden Streitpunkte sind noch nicht vom Tisch. Dazu zählen vor allem das iranische Atomprogramm, die Rolle regionaler Akteure wie der Hisbollah sowie langfristige Sicherheitsgarantien für die beteiligten Parteien.

In der Vergangenheit hatte der US-Präsident wiederholt betont, dass ein Durchbruch zum greifen Nahe zu sein, nur um dann doch wieder zurückrudern zu müssen (siehe Artikelbox). 

Trotz der mehrfachen Enttäuschungen in der Vergangenheit: Der Markt feiert aktuell vor allem die Aussicht auf eine Entspannung der Lage – einen endgültigen Frieden gibt es jedoch noch nicht. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob aus der politischen Annäherung tatsächlich eine nachhaltige Vereinbarung entsteht.

Was bedeutet das für Anleger?

Mit dem Schritt in Richtung Annäherung beider Parteien, sortieren sich die Gewinner und Verlierer zumindest vorläufig neu. Profiteure einer Entspannung sind vor allem zyklische Werte, da energieintensive Unternehmen von niedrigeren Kosten profitieren könnten. Auch Konsumtitel dürften Rückenwind erhalten, weil sinkende Ölpreise wie ein kleiner Konjunkturimpuls wirken. Zudem könnten Wachstumswerte profitieren, da der wegen sinkender Energiekosten nachlassende Inflationsdruck Chancen auf eine Zinspause erhöht und Anleger gleichzeitig wieder in den Risk-on-Modus schalten.

Unter Druck geraten könnten hingegen Öl- und Gaswerte, da der geopolitische Risikoaufschlag zunehmend aus den Kursen weichen könnte. Auch defensive Aktien könnten an relativer Attraktivität verlieren, wenn Anleger Gewinne aus diesen „sicheren Häfen“ in chancenreichere Segmente umschichten.

Infront DowJones (WKN: 969420)

Die Märkte reagieren mit Kurssprüngen zum Start der neuen Handelswoche. In Asien startete der Nikkei mit kräftigen Kursgewinnen in den Handel und profitierte besonders von der nachlassenden geopolitischen Unsicherheit sowie der Entspannung am Ölmarkt. Auch die US-Futures legenden deutlich zu. Der Online-Broker IG taxiert den DAX am Montagmorgen rund 1,5 Prozent fester bei rund 25.000 Zählern. Mit anderen Worten: Die Rally läuft wieder. Welche Tech-Aktien jetzt ein Kauf sind, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe. Diese finden Sie hier

DER AKTIONÄR 25/2026
Quelle: Börsenmedien AG

FAQs

Worum geht es im Nahostkonflikt grundsätzlich?
Der Nahostkonflikt ist ein langfristig bestehender geopolitischer Spannungsraum, der mehrere Staaten und Interessensgruppen in der Region umfasst. Im Kern geht es um politische Machtverhältnisse, territoriale Fragen sowie sicherheitspolitische Interessen.

Warum ist der Konflikt für die Weltwirtschaft so wichtig?
Die Region ist strategisch entscheidend für den globalen Energiemarkt. Durch zentrale Transportrouten für Öl und Gas können Spannungen schnell Auswirkungen auf Preise, Inflation und damit auch auf die Finanzmärkte haben.

Warum reagieren die Börsen so stark auf Nachrichten aus der Region?
Die Kapitalmärkte preisen geopolitische Risiken direkt in Unternehmensbewertungen ein. Steigt die Unsicherheit, erhöht sich häufig die Risikoprämie – bei Entspannung sinkt sie entsprechend wieder.

Behandelte Werte

Name Wert Veränderung
Heute in %
Infront DowJones - Pkt.

Aktuelle Ausgabe

Dip als Kaufchance: Der KI-Boom läuft weiter

Nr. 25/26 8,90 €
Paypal Sofortkauf Im Shop kaufen Sie erhalten einen Download-Link per E-Mail. Außerdem können Sie gekaufte E-Paper in Ihrem Konto herunterladen.