Falkenhafte Signale der US-Notenbank und eine neue Eskalation im Nahen Osten schicken die Wall Street auf Talfahrt. Der Dow Jones verzeichnet den schwersten Tagesverlust seit April 2025. Nach Börsenschluss bricht Meta ein, während Microsoft glänzt.
Der Dow Jones unterbrach seine jüngste Gewinnstrecke mit einem drastischen Einbruch. Der US-Leitindex sackte um 2,19 Prozent auf 51.594 Punkte ab. Das entspricht einem Verlust von über 1.100 Zählern. Der S&P 500 verlor 1,52 Prozent auf 7.316 Zähler. Die Talfahrt im Technologiebereich setzte sich ebenfalls unvermindert fort. Der Nasdaq 100 fiel um 2,06 Prozent auf 27.192 Punkte. Das ist der niedrigste Stand seit Ende April.
Fed-Spaltung löst Zins-Schock aus
Der Auslöser für den Abverkauf lag in den Begleitaussagen der US-Notenbank. Die Fed beließ den Leitzins im Zielkorridor von 3,50 bis 3,75 Prozent. Die Entscheidung fiel jedoch keineswegs einstimmig. Drei Notenbanker stimmten offen für eine sofortige Anhebung. Die uneinheitliche Haltung nährt am Markt die Befürchtung, dass die Notenbank im Kampf gegen die Inflation hinter die Kurve geraten könnte.
Der Anleihemarkt reagierte mit drastischen Renditeanstiegen. Die Rendite der zehnjährigen US-Staatsanleihe kletterte auf 4,67 Prozent. Die Rendite der 30-jährigen Anleihe stieg über die Marke von 5,20 Prozent. Das ist der höchste Stand seit dem Jahr 2007.
Parallel trieben geopolitische Spannungen den Ölpreis nach oben. Neue iranische Raketenangriffe auf US-Stützpunkte und die Ankündigung von Vergeltungsmaßnahmen durch US-Präsident Donald Trump ließen die Sorgen vor Versorgungsengpässen steigen. US-Leichtöl (WTI) verteuerte sich um mehr als sechs Prozent auf 84,46 Dollar pro Barrel. Öltitel wie Chevron und ExxonMobil legten um mehr als zwei Prozent zu.
Nachbörslicher Kontrast: Meta bricht ein, Microsoft steigt
Unmittelbar nach Handelsende rückten die Bilanzen der Tech-Schwergewichte in den Fokus. Die Reaktionen der Anleger fielen extrem gegensätzlich aus.
Meta enttäuschte die Wall Street auf ganzer Linie. Ein unerwarteter Gewinneinbruch, der Rückgang der operativen Marge auf 31 Prozent sowie ein verhaltener Umsatzausblick für das dritte Quartal schickten die Aktie nachbörslich um bis zu neun Prozent ins Minus. Zudem hob der Konzern die Untergrenze der geplanten Investitionsausgaben für das Gesamtjahr an. Das befeuert die Angst vor ausufernden Infrastrukturkosten. Mehr Details zum Zahlenwerk lesen Sie im ausführlichen Meta-Bericht.
Ein völlig anderes Bild zeigte sich bei Microsoft. Der Software-Konzern übertraf die Erwartungen beim Umsatz und Gewinn deutlich. Der Quartalsumsatz stieg um 18 Prozent auf 90,01 Milliarden Dollar. Treiber war erneut das Cloud-Geschäft um Azure, das währungsbereinigt um 43 Prozent zulegte und auf Jahressicht erstmals die Marke von 100 Milliarden Dollar knackte. Die Aktie stieg nachbörslich um knapp vier Prozent. Die vollständige Analyse finden Sie in der ausführlichen Microsoft-Berichterstattung.
Druck auf Halbleiter, P&G und Caterpillar
Im regulären Handel blieben Tech- und Industriewerte unter starkem Abgabedruck. Der Halbleiter-ETF SOXX verlor 5,5 Prozent. Die Papiere von Micron und KLA brachen um jeweils zehn Prozent ein. Nvidia büßte 3,6 Prozent ein.
Der Konsumgüterkonzern Procter & Gamble verfehlte mit einem Umsatz von 21,2 Milliarden Dollar die Erwartungen. Die Aktie gab um zwei Prozent nach. Caterpillar büßte knapp sieben Prozent ein. Grund dafür waren Analystenberichte über zunehmende regionale Regulierungs- und Kapazitätsgrenzen beim Bau von Stromaggregaten für Rechenzentren.
DER AKTIONÄR DAILY Newsletter
Bleiben Sie über die neuesten Entwicklungen bei spannenden Unternehmen und an der Börse auf dem Laufenden. Lesen Sie DER AKTIONÄR DAILY – den täglichen Newsletter von Deutschlands führendem Börsenmagazin. Kostenlos.
29.07.2026, 23:11
Bei Google bevorzugen