Die US-Regierung hofft im Streit um die blockierte Straße von Hormus zunehmend auf Unterstützung aus Peking. Außenminister Marco Rubio erklärte während des Flugs nach China, Washington wolle die chinesische Führung dazu bewegen, stärkeren Einfluss auf den Iran auszuüben. Ziel sei es, Teheran von seinem derzeitigen Vorgehen im Persischen Golf abzubringen.
"Wir hoffen, sie davon überzeugen zu können, eine aktivere Rolle dabei zu spielen, den Iran dazu zu bewegen, davon Abstand zu nehmen, was er derzeit im Persischen Golf tut und zu tun versucht", sagte Rubio dem Sender Fox News. Rubio reist gemeinsam mit US-Präsident Donald Trump nach China. Trump ist inzwischen in Peking angekommen und will dort am Donnerstag mit Staats- und Parteichef Xi Jinping zusammentreffen.
Nach Ansicht des US-Außenministers hat China selbst großes Interesse an einer Entspannung der Lage. Rubio verwies darauf, dass auch chinesische Schiffe derzeit im Persischen Golf festlägen. Zudem belaste die Krise Chinas exportorientierte Wirtschaft erheblich, da viele Staaten infolge der Unsicherheiten ihre Nachfrage nach chinesischen Produkten zurückfahren könnten.
Die Aussagen Rubios stehen allerdings nicht ganz im Einklang mit den jüngsten Äußerungen Trumps. Vor seiner Abreise nach China hatte der Präsident auf die Frage, ob Xi bei der Lösung des Konflikts mit dem Iran helfen könne, erklärt: "Ich denke, wir brauchen im Iran überhaupt keine Hilfe."
Die Spannungen rund um die strategisch wichtige Straße von Hormus belasten die Weltwirtschaft inzwischen seit Monaten. Seit Beginn des Kriegs Ende Februar ist die wichtige Handelsroute durch iranische Drohungen sowie Angriffe auf Tanker und Frachtschiffe weitgehend blockiert. Die USA reagierten darauf mit einer Seeblockade gegen Schiffe mit Bezug zu iranischen Häfen.
China zählt zu den engsten wirtschaftlichen Partnern des Iran und fordert bereits seit Beginn der Krise eine Wiederherstellung der freien Schifffahrt durch die Meerenge.
Es dürfte spannend werden, was Trump bei seinem Besuch in China erreichen kann. Aktuell bleiben die Unsicherheiten sowie die Ölpreise weiterhin hoch. Dies spielt nach wie vor in erster Linie den großen Energiekonzernen wie etwa TotalEnergies voll in die Karten. Die immer noch relativ günstig bewertete Dividendenperle bleibt attraktiv (Stoppkurs 55,00 Euro).
Heute, 07:52