12.05.2017 Maximilian Völkl

ThyssenKrupp: Rote Zahlen – jetzt wird die Luft dünn

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ThyssenKrupp
Trendthema

Auf den ersten Blick fallen die Zahlen von ThyssenKrupp enttäuschend aus. Der DAX-Konzern ist im zweiten Quartal tief in die roten Zahlen gefallen. Dies liegt allerdings vornehmlich an Abschreibungen auf das verlustreiche Stahlwerk in Brasilien. Operativ lief es dagegen gut, die Prognose wird deshalb nach oben angepasst. Was überwiegt?

Der Nettoverlust im zweiten Quartal beträgt 879 Millionen Euro – nach 61 Millionen Euro Gewinn im Vorjahr. Das Problem: Die 900 Millionen Euro schwere Wertberichtigung in Brasilien. Im Februar hatte ThyssenKrupp das Stahlwerk für 1,5 Milliarden Euro an den Wettbewerber Ternium verkauft. Operativ konnte der Konzern dagegen deutlich zulegen. Im Vergleich zum Vorjahr stieg das bereinigte EBIT um 31 Prozent auf 427 Millionen Euro. Der Umsatz legte um zwölf Prozent auf knapp elf Milliarden Euro zu.

ThyssenKrupp hat vor allem von guten Geschäften in der Aufzugsparte sowie mit Komponenten für die Automobilindustrie profitiert. Auch die Erholung der Stahlpreise machte sich bemerkbar, wurde aber teilweise durch gestiegene Rohstoffkosten aufgezehrt. Dank der starken operativen Entwicklung hat der Konzern die Prognose nach oben geschraubt. Beim bereinigten EBIT wird nun mit 1,8 Milliarden Euro kalkuliert, bisher waren es 1,7 Milliarden Euro. Unter dem Strich rechnet ThyssenKrupp wegen der Abschreibungen aber mit einem deutlichen Verlust – nach einem Plus von 261 Millionen Euro im Vorjahr.

Schwache Bilanz

Durch den erneuten Verlust hat das ohnehin angeschlagene Eigenkapital weiter abgenommen. Das für die Finanzierung wichtige Gearing ist dagegen deutlich angestiegen und liegt mit 250 Prozent nun klar über dem kritischen Wert von 150 Prozent. Ist das auch zum Ende des Geschäftsjahres der Fall, könnten Banken einige Kreditverträge kündigen.

An der Börse kommt die Aktie am Freitag trotz der Anhebung der operativen Prognose unter Druck. Mutige können auf eine Lösung für die angeschlagene Stahlsparte spekulieren. Die Tata-Fusion steht nach wie vor im Fokus. Ein enger Stoppkurs bei 19,50 Euro sichert die Position ab. Die Risiken bleiben aber hoch.

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Autor: John F. Wasik
ISBN: 9783864702471
Seiten: 232 Seiten
Erscheinungsdatum: 22. Januar 2015
Verlag: Börsenbuchverlag
Art: gebunden
Verfügbarkeit: als Buch und als eBook erhältlich

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