Im ersten Quartal stiegen die weltweiten Auslieferungen des Elektroauto-Pioniers im Jahresvergleich um 6,3 Prozent auf 358.023 Autos. Die Analysten hatten im Vorfeld 370.000 Einheiten auf dem Zettel. Die Aktie gab im Anschluss an die Zahlen deutlich nach.
Die Auslieferungszahlen von Tesla seien zwar recht enttäuschend ausgefallen, doch komme dies nicht überraschend, schrieb Analyst Dan Ives von Wedbush. Tesla schalte derzeit einen Gang zurück, um sich stärker auf seine Strategie rund um den Einsatz von Künstlicher Intelligenz zu konzentrieren, ergänzte Ives. Ives ließ sein Kursziel für die Tesla-Aktie unangetastet. Der Analyt von Wedbush traut dem Papier des Elektroauto-Herstellers Potenzial bis 600 Dollar zu. Weitaus weniger optimistisch zeigte sich nach den Auslieferungszahlen Ryan Brinkman von JP Morgan. Ein Rekordanstieg nicht-verkaufter Autos verschlimmere die Sorgen hinsichtlich des freien Cashflows, so Brinkman.
Der Analyst senkte seine Prognose für das Ergebnis je Aktie für 2026 von 2,00 Dollar auf 1,80 Dollar, die Schätzungen für 2027 nahm Brinkman von 2,45 Dollar auf 2,25 Dollar zurück. „Wir sehen weiterhin ein großes Abwärtspotenzial gegenüber unserem Kursziel von 145 Dollar“, schrieb Brinkman.
Star-Investorin Cathie Wood nutzte den Dip der Tesla-Aktie und stockte ihre Position erneut auf. Wood erwarb für ihre Gesellschaft ARK Invest neue Papiere des Elektroauto-Pioniers im Wert von 14 Millionen Dollar. Diese Käufe stehen im Einklang mit den jüngsten Prognosen des Morgan-Stanley-Analysten Andrew Percoco, wonach Tesla in diesem Jahr 1,6 Millionen Fahrzeuge ausliefern wird. „Nach 2026 erwarten wir eine erneute Beschleunigung der Nachfrage nach Autos“, ergänzte Percoco. Er verwies dabei auf mögliche Markteinführungen neuer Modelle wie das von Elon Musk angedeutete 7-Sitzer-Fahrzeug sowie auf „Verbesserungen“ am Full Self-Driving (FSD)-System von Tesla. Sein Kursziel für die Aktie liegt bei 415 Dollar.
Tesla hängt mittlerweile weitaus weniger an der Entwicklung der Auslieferungszahlen, also dem klassischen Autoverkauf, als vielmehr an der Entwicklung der Zukunftsfelder wie Humanoide Roboter und Robotaxis. Im Bereich der Robotaxis sowie der Humanoiden Roboter ist mit Waymo, Zoox, Xpeng, Hyundai, Neura Robotics oder Boston Dynamics die Konkurrenz allerdings sehr stark, die Innovationssprünge sind gewaltig und Tesla ist aktuell nicht First Mover. Hinzu kommen die nach wie vor hohen Bewertungsmultiplen der Tesla-Aktie. Charttechnisch hat das Papier zuletzt sowohl die 50-Tage, also auch die 100-Tage- und die wichtige 200-Tage-Linie (397,22 Dollar) nach unten durchbrochen. Eine stärkere Unterstützungszone für die Aktie bietet die Range zwischen 330 und 337 Dollar.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Tesla.
Heute, 13:26