17.10.2018 DER AKTIONÄR

Siemens vs GE: Kampf der Erzrivalen – es geht um Milliarden

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Schlechte Nachrichten für Siemens: Im Wettbewerb um einen Milliardenauftrag zum Wiederaufbau des Stromnetzes im Irak geht der Industriekonzern wohl nicht als alleiniger Sieger vom Platz. Nach Intervention der US-Regierung dürfte sich auch der Wettbewerber General Electric ein Stück vom Kuchen abschneiden.

Rund 15 Milliarden Dollar dürfte das Auftragsvolumen im Irak betragen. Siemens hatte sich große Hoffnung gemacht, den Wiederaufbau federführend durchführen zu können. Doch nun hat US-Präsident Donald Trump laut Financial Times erfolgreich Druck auf die irakische Regierung ausgeübt. Er habe daran erinnert, dass rund 7.000 Amerikaner seit dem Sturz von Saddam Hussein ihr Leben im Irak verloren hätten. Auch für die Sanktionen gegen das Nachbarland Iran, aus dem rund ein Drittel des Strombedarfs stammt, habe Trump eine „pragmatische Lösung“ angeboten.

Noch ist die Entscheidung aber nicht gefallen – zumindest für Siemens. „Unsere Gespräche mit der Regierung gehen weiter und wir freuen uns auf den Abschluss einer offiziellen Vereinbarung über die Bereitstellung erschwinglicher, zuverlässiger und nachhaltiger Energie für den Irak“, erklärte ein Sprecher. Dennoch: Ein substanzieller Teil dürfte wohl an GE gehen, der US-Konzern könnte den Abschluss bereits mit den Quartalszahlen am 30. Oktober verkünden.

Stopp beachten

Sowohl GE als auch Siemens könnten den Milliardenauftrag für die kriselnde Kraftwerkssparte gut gebrauchen. Unabhängig davon bleibt das Chartbild bei beiden Aktien eher schwach. Siemens ist langfristig zwar gut aufgestellt, Neueinsteiger warten aber weiter auf ein Kaufsignal. Die Aktie ist eine Halteposition mit Stopp bei 95 Euro. An den hohen Risiken bei GE würde derweil auch der Irak-Deal nichts ändern. Für eine Turnaround-Spekulation ist es nach wie vor zu früh.