04.10.2018 Maximilian Völkl

Siemens: Aktie unter Druck - jetzt reagiert der Konzern

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Im schwachen Marktumfeld verliert die Siemens-Aktie auch am Donnerstag weiter an Boden. Charttechnisch hat sich das Bild inzwischen deutlich eingetrübt. Dabei stellt der Industriekonzern zunehmend die Weichen für die Zukunft. Eine Kooperation in Russland und eine Übernahme in den USA stärken das Geschäft.

In Russland hat Siemens die Zusammenarbeit mit dem Energiegiganten Novatek ausgebaut. Konzernchef Joe Kaeser und sein Pendant Leonid Michelson vereinbarten die Partnerschaft beim Bau von LNG-Anlagen, bei Gaslieferungen und bei der Verstromung von Gas. Details dazu wurden aber nicht genannt.

Novatek ist nach Gazprom der zweitgrößte russische Gaskonzern und hat im Norden Sibiriens bereits Milliarden in die Produktion und die Verschiffung von LNG investiert. Bereits beim Bau dieser Anlagen sei Siemens ein „zuverlässiger Lieferant“ gewesen, so Novatek-Chef Michelson. „Wir wollen unsere Zusammenarbeit nicht nur in Russland, sondern auch in anderen Ländern erweitern.“

Übernahme in den USA

Gleichzeitig will sich Siemens auch im Bereich der Leistungssteuerungs-Systeme verstärken. Die US-Tochter Siemens Corp teilte mit, dass die Übernahme von Russelectric geplant sei. Der Konzern entwickelt, produziert und installiert vor Ort Stromversorgungssysteme und Schalter für ausfallkritische Anlagen. „Mit dieser Übernahme bündeln wir die Expertise und Erfahrung von Siemens im Niederspannungsmarkt mit Russelectrics komplementärem Portfolio an hochwertigen Energieinfrastrukturen“, so Barry Powell, der Vizechef von Siemens Low Voltage & Products für den Bereich North America.

Eingetrübtes Bild

Siemens rüstet sich für die Zukunft. Das macht ebenso Sinn wie der Umbau vom Konglomerat zum Flottenverband mit mehr Eigenständigkeit für die einzelnen Bereiche. Aktuell sind die Aktien der Industriekonzerne aber nicht gefragt. Siemens bleibt zwar attraktiver als der ewige Rivale GE, ein Neueinstieg bietet sich aufgrund des eingetrübten Chartbilds aber nicht an. Anleger sollten den Sprung über die Marke bei 108,50 Euro abwarten. Wer investiert ist, kann aber dabei bleiben. Langfristig sind deutlich höhere Kurse drin.