07.09.2018 Maximilian Völkl

RWE: Hier liegt die Zukunft

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Trendthema

Deutschland besitzt bislang kein eigenes Terminal für verflüssigtes Erdgas (kurz LNG). Das sorgt vor allem von Seiten der USA für Kritik, die die hohe Abhängigkeit von russischen Erdgaslieferungen monieren. Dank RWE könnte sich das aber bald ändern.

RWE hat Interesse am geplanten LNG-Terminal in Brunsbüttel in Schleswig-Holstein. Am Donnerstag gab der Versorger bekannt, dass mit der German LNG Terminal GmbH „eine langfristige Einigung über eine beträchtliche LNG-Kapazität des zukünftigen Terminals erzielt“ wurde. Absolute Zahlen wurden zwar nicht genannt. Laut den Gesellschaftern der GmbH sei aber „ein beträchtliches Kapazitätsvolumen“ gesichert. Insgesamt soll das Terminal eine Gesamtkapazität von fünf Milliarden Kubikmeter LNG umfassen.

Spannende Alternative

Bislang erfolgt die deutsche Gasversorgung über Pipelines aus Russland, Norwegen und den Niederlanden. Das Problem: Die Niederländer wollen mittelfristig aus der Erdgasförderung aussteigen, gleichzeitig wird Gas durch den vorgesehenen Kohleausstieg als Energieträger immer wichtiger. LNG als neue Bezugsquelle dürfte damit immer bedeutender werden.

Die Verfügbarkeit von LNG scheint gegeben zu sein. Zuletzt hat sich der Chef des weltgrößten LNG-Produzenten Qatar Petroleum, Saad Al Kaabi, im Handelsblatt geäußert: Man sei „sehr an einem deutschen LNG-Terminal interessiert“. Auch die USA haben seit dem Fracking-Boom massives Interesse an LNG-Lieferungen nach Deutschland. Neben der befürchteten Abhängigkeit Deutschlands von Russland ist dies ein weiterer Punkt für US-Präsident Donald Trump, den Druck zu erhöhen.

Es sieht gut aus

Im Gegensatz zu vielen anderen deutschen Werten sieht der Chart von RWE nach wie vor gut aus. Der Aufbau eines eigenen LNG-Terminals würde die Abhängigkeit von den Kohlekraftwerken weiter verringern. Mit der Rückbesinnung auf die erneuerbaren Energien hat sich der Konzern zuletzt bereits wieder eine eigene Zukunft gegeben. Anleger lassen die Gewinne laufen und setzen auf den Ausbruch über die 22-Euro-Marke.