Die Aktie der Porsche AG hat im Jahr 2025 keine gute Figur abgegeben. Anleger hoffen auf Besserung und auf den neuen Vorstand Michael Leiters.
Das neue Jahr beginne mit einem besonderen Meilenstein, schrieb der neue Porsche-CEO Michael Leiters im sozialen Netzwerk LinkedIn. Er übernehme die aus seiner Sicht spannendste Rolle in der gesamten Automobilbranche.
Der neue Chef Leiters ist bei Porsche kein Unbekannter. Der Ingenieur war früher 13 Jahre bei dem Unternehmen tätig und kam zu den Schwaben in der Ära von Wendelin Wiedeking. Er war sein Assistent und galt manchen auch als Problemlöser. Die Eigentümerfamilien Porsche und Piëch kennen den promovierten Maschinenbauer, der an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen studierte, gut.
Leiters hatte sich bei dem Sportwagenbauer hochgearbeitet. Menschen, die ihn kennen, beschreiben ihn als analytischen und strategischen Manager. Der Name des zweifachen Familienvaters wird bei Porsche vor allem mit dem Cayenne und gleichfalls mit dem Macan in Verbindung gebracht. Der Blume-Nachfolger verließ den Sportwagenbauer in der Zeit, als Matthias Müller an der Spitze der Schwaben stand. Danach wurde er zunächst Technikchef bei Ferrari, bevor er zu McLaren wechselte.
Hinter Porsche liegt ein turbulentes Jahr. Neben dem sinkenden Absatz belastet der Strategieschwenk, wieder mehr Verbrenner zu entwickeln und zu produzieren, das Unternehmen. Der kostet Milliarden - und hat den Gewinn des Konzerns bislang fast komplett aufgezehrt. Auch deshalb laufen aktuell Gespräche über eine weitere Sparrunde. Der ausgeschiedene Porsche-Chef Blume hatte kürzlich in Aussicht gestellt, dass sie im ersten Quartal abgeschlossen werden könnten.
„Leiters hat viele Baustellen zu managen. Die Verkäufe im wichtigsten Absatzmarkt China stehen weiterhin unter Druck, bei der Elektro-Transformation hapert es. Er muss eine Porsche Strategie definieren und dann Stück für Stück in die Umsetzung gehen. Also die Fragen 400.000 Fahrzeuge + X oder exklusive Nische á la Ferrari. Dazwischen gibt es nichts“, sagt Auto-Experte Ferdinand Dudenhöffer gegenüber DER AKTIONÄR.
Der Turnaround in China wird Zeit in Anspruch nehmen. Viel Zeit. Dabei ist noch nicht absehbar, wie Porsche das Ruder im wichtigsten Automarkt der Welt herumreißen will. In China ist die Tech-affinität der Kundschaft hoch. Software und Infotainment bestimmen größtenteils die Kaufentscheidung. Die innovativen heimischen Hersteller Xiaomi, Xpeng und BYD nehmen den deutschen Herstellern immer mehr Marktanteile ab. Elektroautos werden nicht als Luxusgut angesehen, wie es bei den Verbrennermodellen noch der Fall war.
Die Lösung? „Porsche musss internationaler werden und Produktionskosten deutlich senken“, sagt Dudenhöffer. „Zuerst brauchen Sie die Strategie, was Porsche in 10 Jahren sein soll – mehr Ferrari oder mehr BMW? Wenn es mehr BMW sein sollte muss Porsche viel stärker mit chinesischen Tech-Unternehmen und auch mit Autobauern zusammenarbeiten“, sagt Auto-Experte Dudenhöffer.
Grundsätzlich ist der Wechsel an der Porsche-Spitze zu begrüßen. Nun hat der Sportwagenbauer einen CEO, der sich Vollzeit auf Porsche und die Baustellen konzentrieren kann. Mit Michael Leiters steht ein erfahrener Mann in den Startlöchern. Aufgrund der zahlreichen Probleme warten Anleger jedoch erste Schritte des neuen CEO ab.
Die Kursentwicklung hängt maßgeblich an China. Hier hinkt Porsche den innovativen chinesischen Herstellern weit hinterher.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Porsche AG.
Enthält Material von dpa-AFX
08.01.2026, 14:58