Der deutsche Aktienmarkt hat sich am Donnerstag nach drei schwachen Handelstagen spürbar erholt. Der DAX legte um 1,20 Prozent auf 24.856 Punkte zu. Die Beilegung des Zollstreits beflügelte den deutschen Leitindex. Während die Autobauer kräftig zulegten, geraten Rüstungswerte unter Druck.
Auslöser der Erleichterungsrally war vor allem die politische Entspannung im Zollstreit zwischen den USA und Europa. Die von US-Präsident Donald Trump angedrohten Zusatzzölle gegen mehrere europäische Länder werden zum 01. Februar nicht in Kraft treten. Zudem sorgten Signale in Richtung möglicher Fortschritte bei den Ukraine-Friedensgesprächen für Rückenwind. Unterstützend wirkte außerdem die Betonung der Unabhängigkeit der US-Notenbank Fed durch das Oberste US-Gericht.
Auch die zweite Reihe zeigte sich deutlich fester: Der MDAX gewann 2,40 Prozent auf 31.687 Punkte. Europaweit überwogen ebenfalls die Kursgewinne. Der EuroStoxx 50 stieg um 1,25 Prozent auf 5.956 Punkte.
Gefragte Autobauer
Bei den Einzelwerten standen vor allem die Autowerte im Fokus. Die Abwendung neuer US-Zölle sorgte für kräftige Kursgewinne. Volkswagen sprang mit einem Plus von 6,5 Prozent an die DAX-Spitze, wobei der am Mittwoch berichtete besser als erwartete Free Cashflow im Autogeschäft hier zusätzlich Auftrieb gab. Mercedes-Benz legte um 1,8 Prozent zu, BMW gewann 1,4 Prozent. Die Porsche AG gehörte mit 2,5 Prozent zu den Gewinnern im MDAX.
Deutsche Börse: Übernahme-Angebot für Allfunds treibt an
Ebenfalls gefragt waren Aktien der Deutschen Börse, die um 2,3 Prozent zulegten. Anleger honorierten das milliardenschwere Übernahmeangebot für den Fondsvertriebsspezialisten Allfunds, das den Konzern unabhängiger vom zyklischen Handelsgeschäft machen soll.
United-Internet-Familie profitiert von Analysten-Hochstufung
Starke Gewinne verzeichnete zudem Ionos mit 4,3 Prozent nach einer Hochstufung durch Oddo BHF. Die Mutter United Internet profitierte mit einem Kurssprung von 8,0 Prozent, da Analysten im technologischen Umbruch des Internets neue Wachstumschancen sehen.
Rüstung unter Druck
Auf der Verliererseite standen dagegen die Rüstungswerte. Rheinmetall rutschte ans DAX-Ende, auch Hensoldt und Renk gaben im MDAX deutlich nach. Marktteilnehmer reduzierten hier nachlassende geopolitische Risiken.
Heftiger Abverkauf bei Carl Zeiss Meditec
Deutlichere Abschläge geb es zudem bei Carl Zeiss Meditec. Die Aktie brach um 16,7 Prozent auf ein Zehnjahrestief ein, nachdem das Unternehmen schwache Zahlen für das erste Quartal gemeldet und die Jahresziele infrage gestellt hatte.
Nach der Deeskalation im Grönland-Konflikt ziehen die Börsen auch in Deutschland wieder an. Der deutsche Leitindex nähert sich damit wieder der psychologisch wichtigen 25.000-Punkte-Marke. DER AKTIONÄR bleibt optimistisch.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Vorstand und Mehrheitsinhaber der Herausgeberin Börsenmedien AG, Herr Bernd Förtsch, ist unmittelbar und mittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate eingegangen, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: Mercedes-Benz, Volkswagen Vz., Porsche AG.
Heute, 18:05