PayPal geht in Deutschland in die Offensive. Gleich zwei neue Kooperationen sollen die Sichtbarkeit im Alltag der Kunden erhöhen – und zusätzliche Transaktionen auf die Plattform bringen. Die Aktie hat sich vom Tief vor einer Woche immerhin um rund neun Prozent erholt. War das also schon die Trendwende?
PayPal baut seine Präsenz im Live-Entertainment aus. Dafür hat der Bezahldienstleister eine Partnerschaft mit Live Nation gestartet. Als offizieller Prio-Ticket-Zahlungspartner erhalten PayPal-Kunden in Deutschland bei ausgewählten Events bis zu 48 Stunden vor dem regulären Verkaufsstart Zugang zum Ticketportal von Ticketmaster.
Der Presale startete am 18. Februar mit dem Künstler J. Cole und soll künftig ganzjährig für zahlreiche Live-Nation-Shows verfügbar sein. Je nach Verfügbarkeit können Kunden Tickets vorab erwerben. Die maximale Anzahl hängt von der jeweiligen Veranstaltung ab.
Zusätzlich lockt ein finanzieller Anreiz: Bis zum 31. März erhalten Kunden bis zu zehn Prozent Cashback in Form von Rewards-Punkten, wenn sie erstmals mit PayPal bei Ticketmaster bezahlen.
Strategisch ist die Kooperation klar: PayPal verankert sich tiefer in emotionalen Kaufmomenten wie Konzerttickets – und erhöht gleichzeitig die Transaktionsfrequenz auf der eigenen Plattform.
Parallel dazu hat PayPal eine Marketingpartnerschaft mit HBO Max geschlossen. Der Streaming-Dienst ist seit dem 13. Januar 2026 in Deutschland verfügbar. Im Rahmen der Aktion übernimmt PayPal für einen Monat die Kosten eines werbefinanzierten Abonnements.
Das Angebot läuft seit dem 16. Februar 2026 bis zum 31. März 2026 oder bis 300.000 Kunden erreicht sind. Nutzer zahlen zunächst selbst und erhalten den Betrag innerhalb von 14 Tagen als Cashback-Punkte gutgeschrieben. Nach dem Gratismonat kostet das Abo 5,99 Euro pro Monat, ab Januar 2027 steigt der Preis auf 6,99 Euro pro Monat.
Auch hier geht es für PayPal um Aktivierung und Neukundengewinnung. Je häufiger der Dienst als Standard-Bezahlmethode genutzt wird, desto stärker ist die Kundenbindung.
Operativ sendet PayPal damit zumindest positive Signale. Kooperationen im Entertainment- und Streamingbereich stärken die Markenpräsenz in wachstumsstarken digitalen Segmenten. Kurzfristig sind damit jedoch auch Kosten verbunden.
An der Börse bleibt das Bild angeschlagen. Zwar hat sich die Aktie vom jüngsten Tief binnen einer Woche um rund neun Prozent erholt. Für einen nachhaltigen Trendwechsel muss charttechnisch jedoch deutlich mehr passieren. Erst ein Sprung über zentrale Widerstände würde das technische Bild spürbar aufhellen.
Die neuen Partnerschaften sind strategisch sinnvoll und erhöhen die Aktivität der deutschen PayPal-Nutzer. Für einen Neueinstieg ist das aber noch zu wenig. Dafür hat PayPal vor allem mit den jüngsten Zahlen und dem plötzlichen Chefwechsel zu viel Vertrauen verspielt. Anleger lassen daher derzeit die Finger von der Aktie.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: PayPal.
Heute, 14:25