Bei der PayPal-Aktie hat sich das Chartbild zuletzt zwar etwas aufgehellt. An der Stimmung der Analysten hat das bislang aber kaum etwas geändert. Im Gegenteil: In den vergangenen Wochen fiel kein einziges Update auf, das mit einer Kaufempfehlung verbunden gewesen wäre. Das zeigt: Die Wall Street traut dem Braten noch nicht.
PayPal kommt bei Analysten weiter schlecht weg. In den vergangenen Wochen gab es kein einziges frisches Kaufvotum, dafür aber weitere Beispiele für die anhaltende Skepsis. Es dominieren ganz klar neutrale bis skeptische Analysteneinschätzungen.
Ein aktuelles Beispiel ist Mizuho. Das Haus stufte PayPal Mitte April von „Outperform“ auf „Neutral“ ab und senkte zugleich das Kursziel von 60 auf 50 Dollar. Begründet wurde der Schritt unter anderem mit zunehmenden Wettbewerbsrisiken rund um Venmo und das klassische Checkout-Geschäft.
Etwas konstruktiver äußerte sich zuletzt Cantor Fitzgerald, allerdings ebenfalls ohne echtes Kaufvotum. Die Analysten hoben ihr Kursziel zwar von 42 auf 54 Dollar an, beließen die Aktie aber bei „Neutral“. Die Botschaft ist klar: Die Erwartungen an PayPal sind zwar weniger düster als noch vor einigen Wochen, für eine offensiv positive Einschätzung reicht es aber weiterhin nicht.
Auch der Blick auf das Gesamtbild spricht eine deutliche Sprache. Bei 45 Analysten entfallen nur sieben Empfehlungen auf „Buy“, während 33 auf „Hold“ und fünf auf „Sell“ lauten. Das unterstreicht, wie vorsichtig die Analystengemeinde den Titel derzeit einstuft.
Hinzu kommt: Auch bei den Kurszielen ist keine große Euphorie zu erkennen. Im Schnitt sehen die von Bloomberg erfassten Analysten einen fairen Wert von 51,26 Dollar. Das liegt nur knapp über dem jüngsten Kursniveau und signalisiert ebenfalls nur begrenztes Potenzial.
Für Anleger ist das ein wichtiger Hinweis. Selbst wenn sich die Aktie technisch stabilisiert hat, fehlt bislang die Rückendeckung der Analysten. Solange neue Studien überwiegend bei „Neutral“, „Hold“ oder sogar vorsichtigeren Einstufungen landen, bleibt PayPal vor allem eines: ein Titel, bei dem der Markt erst belastbare operative Fortschritte sehen will.
Ein erster Schritt in diese Richtung könnten die Quartalszahlen am 5. Mai sein. Bei der letzten Zahlenvorstellung schockte PayPal allerdings die Märkte.
PayPal wirkt zwar nicht mehr völlig angeschlagen, wie nach den letzten Quartalszahlen. Bei den Analysten herrscht aber weiter große Skepsis. Und das aus gutem Grund. PayPal muss schrittweise das Vertrauen der Märkte zurückgewinnen. Solange sich das nicht ändert, bleibt Zurückhaltung die sinnvollste Strategie.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: PayPal.
Heute, 13:55