PayPal arbeitet weiter daran, sich neue Wachstumsfelder zu erschließen. Mit PayPal Ads ID hat der Bezahldienstleister nun eine neue Werbelösung vorgestellt, die auf verifizierten Daten aus PayPal- und Venmo-Konten basiert. Damit wagt PayPal den nächsten Schritt abseits des klassischen Zahlungsverkehrs.
Ziel ist es, Werbekunden eine präzisere Ansprache von Nutzern über verschiedene Geräte, Browser und Sitzungen hinweg zu ermöglichen. Anders als klassische Werbe-IDs soll die Lösung nicht auf Cookies oder Wahrscheinlichkeiten, sondern auf authentifizierten Konten und realen Transaktionen beruhen.
Damit stößt PayPal noch tiefer in einen Markt vor, der für den Konzern strategisch an Bedeutung gewinnen könnte. Das Unternehmen argumentiert, dass sich mit den Daten aus seinem Ökosystem aus mehr als 400 Millionen Konten und Milliarden Transaktionen Werbewirkung deutlich präziser messen lasse. Erste Partner wie Magnite, PubMatic, Rokt und Taboola testen die neue Lösung bereits.
Für Anleger ist das durchaus interessant. Denn PayPal versucht damit, sich unabhängiger vom klassischen Zahlungsverkehr zu machen und zusätzliche Erlösquellen aufzubauen. Das passt ins Bild der vergangenen Monate: Erst kürzlich brachte der Konzern seine Payment Links direkt auf die Designplattform Canva und erschloss sich damit potenziell 265 Millionen monatliche Nutzer.
Trotzdem sollte man die Bedeutung des neuen Vorstoßes nicht überschätzen. Noch ist das Werbegeschäft bei PayPal eher Fantasie als belastbarer Ergebnistreiber. Zudem bleibt der Konzern im Kerngeschäft weiter unter Druck.
Aus strategischer Sicht ist der Vorstoß in den Werbemarkt dennoch spannend. PayPal zeigt damit, dass der Konzern mehr kann als nur Zahlungsabwicklung. Ein neuer Kurstreiber dürfte daraus aber vorerst nicht werden. Dafür braucht es mehr als eine interessante Produktankündigung – nämlich sichtbare operative Erfolge.
PayPal liefert mit Ads ID einen spannenden Impuls und erweitert seine Story um einen zusätzlichen Baustein. Das ist positiv, zumal der Konzern damit neue Einnahmequellen erschließen könnte. Für eine klare Neubewertung der Aktie reicht das aber noch nicht. Solange das operative Gesamtbild gemischt bleibt, drängt sich ein Einstieg weiterhin nicht auf.
Hinweis auf Interessenkonflikte
Der Autor hält unmittelbar Positionen über die in der Publikation angesprochenen nachfolgenden Finanzinstrumente oder hierauf bezogene Derivate, die von der durch die Publikation etwaig resultierenden Kursentwicklung profitieren können: PayPal.
Heute, 16:40