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Oracle: 50 Milliarden – KI-Blasen-Test läuft

Oracle: 50 Milliarden – KI-Blasen-Test läuft
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Lars Friedrich 02.02.2026, 17:55 Lars Friedrich

Wieder mal Milliarden-News von Oracle. Der neue Mega-Plan: Der US-Konzern will im laufenden Jahr 45 bis 50 Milliarden Dollar einsammeln. Schulden plus frisches Eigenkapital. Ziel: mehr Cloud-Power, KI-Infrastruktur und Tempo. Die Aktie reagiert heute zur Abwechslung positiv und liegt rund 3 Prozent im Plus.

Das ist aber nur ein kleiner Hüpfer nach einem brutalen Absturz. Von April bis September 2025 hatte sich Oracle noch verdoppelt. Seitdem ist der Kurs um rund 45 Prozent eingebrochen.

Oracle braucht viel Geld für neue KI-Rechenzentren. Deshalb will der Konzern insgesamt 45 bis 50 Milliarden Dollar auftreiben. Ein großer Teil soll über neue Anleihen kommen. Zusätzlich will Oracle neue Aktien ausgeben, also frisches Eigenkapital einsammeln. Damit will das Management zeigen: Wir stemmen den KI-Ausbau, ohne bei der Bonität ins Rutschen zu geraten.

Der Plan ist eine Ansage – und ein Risiko zugleich. Denn Oracle ist für viele Anleger inzwischen das perfekte KI-Barometer: Wenn es hier schiefgeht, wackelt schnell die Stimmung im ganzen Sektor.

Der Ausbau der KI-Rechenzentren kostet so viel Geld, dass der Free Cashflow bereits ins Negative gerutscht ist. Und das könnte sich noch jahrelang ziehen.

Oracle will das frische Kapital über zwei Wege holen. Der größte Brocken läuft über neue Anleihen – das erste Paket soll 20 bis 25 Milliarden Dollar schwer sein. Den Rest will der Konzern über neue Aktien einsammeln. Oracle finanziert den Ausbau also nicht unbedingt auf Kante, sondern will seine Kreditwürdigkeit verteidigen.

Ein weiterer Knackpunkt bleibt OpenAI. Der KI-Riese soll bei Oracle riesige Serverkapazitäten mieten. Das klingt nach einem Traumvertrag. Aber OpenAI ist nicht profitabel. Wie sicher sind diese Einnahmen wirklich?

An der Wall Street kommt der Schritt heute gut an. Viele sehen darin eine Entlastung, weil Oracle damit die Finanzierungsfrage offensiv beantwortet und die Unsicherheit aus dem Kurs nimmt.

Oracle (WKN: 871460)

Die Volatilität rund um das KI-Thema bleibt hoch. Oracle liefert den nächsten Hammer – und bleibt vorerst eine Aktie mit hohem Risiko. Der heutige Kursanstieg zeigt, dass die Stimmung bei Anlegern längst nicht grundsätzlich gegen das Thema KI-Rechenzentren gedreht hat. Ob der heutige Schachzug bestenfalls für mehr ausreicht, als den mittelfristigen Kursverfall womöglich zu stoppen, bleibt aber fragwürdig. Das erste Kursplus war heute im US-Handel jedenfalls zeitweise schon wieder fast komplett abgeschmolzen.

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