19.05.2020 Thobias Quaß

Nintendo: Dagegen geht Big N mit aller Macht vor

-%
Nintendo

Die weltweit fast ausverkaufte Nintendo Switch leidet unter einem bekannten Problem. US-Hacker verkaufen Vorrichtungen, mit denen sich schwarzkopierte Games auf der tragbaren Konsole abspielen lassen. Dabei machen die Piraten nicht davor halt, die Geräte aufzuschrauben. Dagegen geht Nintendo nun gerichtlich vor – nicht zum ersten Mal.

Nintendo ist in der Videospielszene dafür bekannt, vehement gegen Urheberrechtsverletzungen vorzugehen und hat dabei auch keine Gnade mit Fanprojekten. Nun trifft die Klage aber eine kommerziell agierende Hackergruppe mit dem Namen "Xecuter".

Konkret geht es bei den Vorwürfen um ein USB-Stick ähnliches Kit mit einer Schadsoftware, die ein manipuliertes Betriebssystem auf der Konsole installiert. Dabei machen sich die Hacker eine Sicherheitslücke im Nvidia-Grafikchip Tegra X1 der Nintendo Switch zunutze. In neueren Produktionschargen der Nintendo Switch ist die Lücke zwar geschlossen, aber mit einer externen Hardware wird fleißig weiter raubkopiert. Allerdings muss die Konsole dafür aufgeschraubt werden.

Bereits 2016 hat Nintendo erfolgreich gegen Raubkopierer von Spielen für die Handheld-Konsole Nintendo DS geklagt. Dabei ging es um Millionen. Von den jetzt angeklagten US-Händlern verlangt Big N jeweils 2.500 Dollar pro verkaufter Schadsoftware. 

Nintendo feiert mit der Switch-Konsole dank Corona Rekordverkaufszahlen. Gerade mit den Spielen für das Gerät verdient der Konzern nachhaltig Geld: Im letzten Geschäftsjahr wurden knapp 169 Millionen Spiele für die Switch verkauft. Umso wichtiger, dass energisch gegen Raubkopierer vorgegangen wird. Für die Aktie ist das ein gutes Zeichen – Nintendo schützt sein geistiges Eigentum vehement und damit das Wachstum. Nach den Peaks Anfang Mai konsolidiert der Anteilsschein, mutige Trader nutzen den Dip zum Einstieg. Bereits investierte Anleger lassen die Gewinne laufen.

Nintendo (WKN: 905551)